ÖsterreichWTF?!

Sarah Grundner/Kathrin Quatember

Folge 15: Mit Rebecca Wismeg-Kammerlander

Sog amol Oachkatzlschwoaf: Von Tiroler Nussöl, Austrian Studies und Villain Origin Stories

27.08.2025 72 min

Zusammenfassung & Show Notes

Diesmal unterhalten wir uns mit Dr.in Rebecca Wismeg-Kammerlander über die Themen Design, Branding und Österreich von Waldheim bis Haider, von Tiroler Nussöl bis Red Bull, von Opfermythos bis Sound of Music und Cordoba. Eine Reise kreuz und quer durch Literatur, Geschichte, Politik und Pop zum Kern österreichischer Punschkrapferlmentalitäten.

Dr. Rebecca Wismeg-Kammerlander ist Visiting Research Fellow am King’s College London, wo sie bis 2023 als Dozentin für Germanistik und European Studies lehrte. Die Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit liegen auf Konsum- und „Dingkultur“, den Health und Medical Humanities sowie österreichischer Kultur, Geschichte und Literatur. Abseits der Hörsäle und Bibliotheken arbeitet sie als Marketing Executive für eine US-amerikanische Rechtsanwaltskanzlei. Ausserdem ist sie im Vorstand der Skeptix und beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie Konsumkultur mit „Schwurbel“, Alternativmedizin und Esoterik zusammenhängt.

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Buch The Narrative Power of Things: Consumer Culture in Contemporary Austrian Literature: https://www.morawa.at/detail/ISBN-9781800797604/Wismeg-Kammerlander-Rebecca/The-Narrative-Power-of-Things
Miss Understanding & Gedruckt und gedreht auf Youtube: https://www.youtube.com/@RuthHabeland
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Raphaela Edelbauer: Das flüssige Land
Wolf Haas: Das Wetter vor 15 Jahren
Ruth Beckermann: Waldheims Walzer streamen


Wir sind Kathrin und Sarah und unterhalten uns mit Menschen, die ihr aus völlig anderen Zusammenhängen kennt über außergewöhnliche Dinge, die ihr bisher nicht wusstet.
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Transkript

Hey, wir sind Kathrin, die meisten kennen mich unter dem Spitznamen Quati. Und Sarah mit "Österreich, what the fuck?!" Wir stellen unseren Gästen die Fragen, die ihnen sonst keiner stellt und erfahren so viele Dinge, von denen ihr keine Ahnung hattet, dass ihr sie über unsere Gäste wissen wollt. Was the fuck. Wir haben natürlich einen Fahrplan für unseren Podcast. Wir steigen ein mit der Frage nach der nicht offensichtlichen Expertise, den geheimen Leidenschaften und Hobbys der österreichischen und deutschen Prominenz, an gescheiten und interessanten Menschen, für die sie vielleicht eher nicht so bekannt sind. Heute ist bei uns Rebecca Wismeg-Kammerlander zu Gast. Rebecca, du bist Visiting Research Fellow am King's College London. Und wenn ich mir deine Forschungsgebiete mal so anschaue, bist du, naja, in den Humanities-Expertin für eigentlich eh alles. Sehr hochgegriffen. Und jetzt arbeitest du ausgerechnet als Marketing-Spezialistin für eine Anwaltskanzlei. Sprich. Willst du die Supervillain-Origin-Story hören? Es ist eigentlich so banal, wie es nur banal sein kann. Ich bin jemand, der nicht aus einer reichen Akademikerfamilie kommt. Und ich habe eigentlich mein ganzes Studium immer übergearbeitet, damit ich mich irgendwie finanzieren kann. Und ich habe Ende der 2010er Jahre, glaube ich, war das grob, angefangen in einem Amtssekretariat zu arbeiten, in einer Anwaltskanzlei. Und habe dann halt später immer wieder einmal in Jobs bei dieser Kanzlei gearbeitet, weil meine Chefin sehr, sehr cool ist. Und dann hat sich das ergeben mit der Marketingstelle. Und das war halt eine schöne Schnittmenge mit dem, für was ich mich halt auch außerhalb von Haken so interessiere. Ich beschäftige mich halt viel mit Branding, mit Werbung, mit Marketing, mit Narrativen, die so Produkte erzählen können und so Zeug. Und da hat sich das ganz gut ergeben. Und jetzt bin ich halt da. Welches Narrativ erzählt eine Anwaltskanzlei? Das interessiert mich. Viele. Also die bei uns konkret. Ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, weil da warst du eh super wichtige Getriebsgeheimnisse und so. Wir sind eine Corporate Kanzlei, wir machen jetzt keine Strafverteidigung oder sowas. Und was wir sehr viel machen, ist halt sehr große Firmen beraten. Auch bei so Fondauflagen zum Beispiel oder Merger-Geschichten. Und da hast du natürlich auch einen Impact auf das, wie Strukturen funktionieren. Und du kannst natürlich dann auch zum Beispiel dafür sorgen, dass du hinterfragst, was deine Rolle als Anwaltskanzlei ist. Ist es deine Rolle, der Firma beizubringen, wie sie mit möglichst knapp an die Grenze von dem, was nur erlaubt ist, gehen darf mit allem, was sie so tun? Oder willst du vielleicht auch den Leuten klar machen, dass es gescheiter wäre, wenn sie zum Beispiel mit ESG, also diese Öko-Verordnungen, nicht nur so hausieren gehen, dass es eine lästige Pflicht ist, die man einhalten muss. Und dass man halt was daraus macht, dass man sagt, wir sind Öko-Vorward, wir sorgen dafür, dass soziale Gleichstellung, dass Naturschutz, dass nachhaltige Energien und solche Sachen in unserem Portfolio eine große Rolle spielen. Das ist natürlich auch was, wo ich mir ziemlich sicher bin, dass bei den allermeisten großen Firmen da jetzt nicht der Weltverbesserungswille die treibende Kraft ist. Aber das kann man halt natürlich auch gut verkaufen. Und so hast du natürlich dann im Endeffekt durchaus Möglichkeiten, einen positiven Impact zu haben. Im Klaren vielleicht. Aber ich habe eigentlich hauptsächlich da an Organisierveranstaltungen. Also so weltbewegend ist es nicht. Aber wir haben ja im Vorfeld von dir schon erfahren, dass ja bei dir das Thema Marketing oder Produktdesign eher sogar ein Hobby ist. Wie kann man das jetzt vorstellen? Wie hobbyfiziert man sowas? Ich habe einfach immer schon von Kind auf immer gern zeichnet. Also so Zeichnen, Illustrieren war immer schon ein bisschen so mein Ding. Und es gibt auch unglaublich viele Accounts, die das hobbymäßiger auf Instagram machen zum Beispiel. Die fahren halt in der Gegend herum und filmen irgendwelche schieren Logos, die sie sehen. Oder irgendwelche ultra hässlichen Poster. Und dann überarbeiten sie das halt und zeigen sie ihren Workflow. Also das mache ich jetzt nicht, weil ich einfach nicht die Muße und die Kapazitäten habe, dass ich so einen Instagram-Account zum Beispiel aufziehe. Aber ich denke mir das dann oft schon. Wenn du so Logos siehst und denkst, was soll das kommunizieren? Wie sollte das eigentlich ausschauen? Wie könnte man das modernisieren? Dann skiziere ich halt so ein bisschen herum. Das ist so einer von den kleinen Bruchteilen von dem, was ich halt so hobbymäßig mache mit Zeichnen, Fotografieren, Illustrieren. Ich finde das interessant, weil du hast immer Geschichten erzählt. Und arbeitest du rein digital oder gemischt oder analog? Also so wirklich mit Zeichenstift oder? Bunte Mischung. Also bei mir ist es echt eine bunte Mischung. Es kommt immer darauf an. Also falls ich wirklich mal, also ich auch schon länger nicht mehr gemacht habe, muss ich auch noch zugeben. so Logos überarbeitet oder so, mache ich das schon ganz gern an meinem einzigen großkapitalistischen Todesgerät am iPad. Weil es halt super fein ist, hast du das Gefühl, als ob du halt trotzdem einfach Zeichen ist. Und kannst dann halt auf verschiedenen Ebenen arbeiten. Dann kannst du halt dein Logo, was du vorher fotografiert hast, runterlegen, dass du Referenz hast und so. Aber ich merke halt dann schon auch den Übergang, die Schwierigkeiten manchmal. Also es kommt durchaus vor, wenn ich lang digital gearbeitet habe, dass ich dann irgendwo mit meinem Hardcopy-Papierskizzenbuch sitze und mit drei Fingern drauf tippe, weil ich einen Strich rückgängig machen will. Also dass es dann Muscle Memory kickt. Ja, aber bunt gemischt ehrlich gesagt. Aber wie kam es dazu, dass du gesagt hast, okay, kam das im Zuge deiner ohnehin schon Profession bzw. deiner Forschungsarbeit? Oder ist das was, was du sozusagen vorher schon, also was ist die Henne, was ist das Ei? Ich glaube, das Ei ist wirklich irgendwie so ein bisschen Österreich, was ganz ironisch ist. Weil ich bin ja Österreicherin und ich bin aber in Deutschland auf die Welt gekommen und in Deutschland auch aufgewachsen. Und ich habe dann irgendwann einmal, wo ich so sechs, sieben Jahre alt war, im Sommerurlaub und immer in Österreich waren bei unserer Familie mit meinen Cousinen, die ziemlich gleich altrig sind wie ich, gemerkt, dass die ja vor allem angefangen haben, komisch mit mir reden. Weil sie dann anscheinend irgendwann einmal realisiert haben, dass Hochdeutsch und Dialekt was anderes ist. Und dann haben sie irgendwie anscheinend geglaubt, ich verstehe sie nicht mehr und haben dann angefangen, mit mir nach der Schrift zu reden. Das war total seltsam. Und habe angefangen, mir über sowas halt so ein bisschen Gedanken zu machen. Und mir ist das mehr und mehr aufgefallen, dass halt, als wenn du irgendwas aus dem Urlaub erzählst, die Deutschen verstehen halt viele Referenzen, weil sie die Produkte nicht kennen, die mit den Referenzen zusammenhängen. Wir haben heute Diskussionen gehabt in einem Discord-Server, wo es um Sonnencreme gegangen ist. Und dann hat die eine, die 2000er hat angefangen, dass man so Sonnenöl hergenommen hat. Und einer hat dann Piz Buin-Werbung postet und die so, ha, Tiroler Nussöl. Ihr habt ja überhaupt gar keine Ahnung, wie jeder österreichische See im Sommer rührt. Das war nicht die 2000er. Feste Sonnenschutz null, aber alles wie. Exakt. Es ist Bratöl im Endeffekt. Aber wie du jetzt lachst. Das ist genau das. Du hast halt, wenn du die Produkte kennst, du weißt genau, in was für einem Szenario du dir begegnest. Du hast den Geruch in der Nasen. Du siehst die Leute vom Inneren Auge, die was dessen hernehmen, das Produkt. Das ist einfach so Produkte, die eröffnen Welten. Und da hängt so viel dran, von Nostalgie über Urlaubserfahrungen, alles Mögliche. Und das hat bei mir immer schon mitgespielt. Könnt ihr mich und unsere deutschen Hörer jetzt bitte aufklären, was hier Roller Nussöl ist? Du kennst keine Roller Nussöl. Nein, woher? Ich bin Deutsche. Ich bin in Deutschland aufgewachsen. Ich war nie in Österreich im Urlaub. Ich wohne seit 25 Jahren her. Ich habe das noch nie gehört. Machst du, Kathi? Machen wir ein Tiroler Nussöl-Koop. Ja. Das war ein Sponsorship jetzt. Bring mal da bitte Sponsorship. Das ist so. Oder Wolken. Ich glaube, eine braune Flasche, oder? Rot ist die. Rot, stimmt. Also früher war es, glaube ich, eine braune Glasflasche. Ganz früher. Aber jetzt ist es so eine halbrovale-rote mit dem meisten Schriftzug. Genau. Und es ist eigentlich, also es ist mehr Feeling und Urlaubsgeruch, als es Schutz bietet. Es ist halt im Endeffekt, Originalprodukt war einfach ein Sonnenöl. Was angeblich, ich weiß nicht, ob das Wissenschaftler funktioniert, ich kann es mir nicht so ganz vorstellen, was angeblich dazu beiträgt, dass du halt schneller braun wirst, wenn es in der Sonne liegt. Und die haben halt auch so schöne, so schöne Slow-Vins gehabt. Das habe ich nämlich heute auch in unserem wunderbaren Discord-Server zum Besten gegeben. Tiroler braun durch Tiroler Nussöl. Also das ist im Endeffekt ein Bräunungsöl gewesen. Und mittlerweile machen sie halt zusätzlich auch, weil es so ein Sonnenprodukt ist. Und natürlich, man mittlerweile angekommen ist an dem Punkt, wo wir auf die Idee gekommen sind, dass es vielleicht nicht so super ist, wenn man sich den ganzen Sommer über mit nur am Nussöl eingerieben in die Sonne legt. Halt auch ein bisschen so Sonnenmilch, aber halt auch, also Sonnenöl auch, aber halt mit einem Lichtschutzfaktor. Ich glaube, das höchste, was sie haben, ist 30. Und alles andere ist mehr so in der 6-15er Region, was eigentlich überhaupt nichts bringt. Aber auch wenigstens das Gefühl, dass die ein bisschen schützt. Ein Sommer wie damals. Ja, ist es echt so. Oder bis der Rückenblasen schlagt. Ich habe so gerade so ein bisschen das Gefühl, das hat eher was von Marinade. Tatsächlich so. Und es riecht auf jeden Fall speziell. Ich finde, du solltest in der nächsten Folge mal an Dermatologen einladen. An Dermatologen, dass wir dann einmal drüber reden, ob das so gut ist. Aber es hat halt nostalgischen Flair irgendwie. Also es ist so. Total. Ja. So Zeig ist es halt eben. Und das war halt was, was mich auch lustigerweise, also in alle meine Lebensbereiche irgendwie immer so ein bisschen begleitet hat. Ob das jetzt irgendwie einfach so Hobbyzeig ist, wo ich das total interessant finde. Auch zum Beispiel so Zeig, dass es Aldi Nord und Aldi Süd gibt und den Hofer gibt. Und der Hofer und der Aldi Süd das gleiche Logo haben und Aldi Nord nicht, obwohl sie gleich hassen und wieder die Overlaps sind. Und wie unterschiedlich die Sortimente sind, weil du ganz unterschiedliche Konsumentengruppen hast sozusagen. Consumer Basis wollte ich schon sagen. Also gewohnt es auch dran. Ich werde tausend Englische, wo ich das sagen. Und mir anschließend wieder einen Deutschen müssen. Es tut mir leid. Ja, aber halt solche Sachen. Und dann in meiner Forschung dann halt später, weil ich bin ja eigentlich im Kern Literaturwissenschaftlerin. Also das ist das schöne Subgebiet Austrian Studies, wo ich meine Promotion gemacht habe. Also im German Department, aber halt Austrian Studies. Und da habe ich unter anderem auf Englisch, genau. Was total lustig ist. Okay, ja, was nämlich wirklich was lustig ist, weil gerade bei den Briten, es gibt ein unglaublich großes Interesse an österreichische Literatur und Kultur als österreichische Literatur und Kultur. So in der sogenannten Auslandsgermanistik. Wohingegen so in der deutschsprachigen Germanistik, das irgendwie alles so, ja, das ist ja alles das Gleiche, das ist ja alles die gleiche Sprache. Und das greift, also sehr verkürzt gesagt, aber das greift halt in vielen Diskursen einfach zu kurz. Und das, was ich halt machen habe wollen, hat eigentlich da so gut wie niemand interessiert. Und am King's College, wo ich dann promoviert habe, war das eine sehr, sehr gern gesehene Geschichte. Und ich habe halt eben unter anderem auch mir angeschaut, wie Produkte, die von österreichischen Autoren in ihren Romanen erwähnt werden, so ein Bild von Österreich zeichnen oder österreichische Geschichte erzählen und so. Vielleicht gibt es unheimlich viel dazu zu sagen eigentlich. Also im Endeffekt war Österreich das Ei und es ist irgendwie ein bisschen die Henne. Aber jetzt bin ich neugierig. Welche, also in deinem Forschungsthema zur Promotion, welche Produkte waren das so und welche AutorInnen? Und das ist ja, also mir wäre das, gut, ich bin keine Literaturwissenschaftlerin, aber mir wäre das jetzt zumindest bewusst noch nie so aufgefallen, dass das tatsächlich... Also angefangen hat das bei mir schon lustigerweise, wo ich noch in Deutschland auf dem Magister mein Germanistikstudium gemacht habe, weil wir haben da einen ganz tollen Professor gehabt. Der ist ja immer noch da, also Shoutout, Heinz Trüg, super Mensch. Und der beschäftigt sich halt ganz viel mit Popliteratur und mit modernem Film und auch mit Markenwelten und Warnästhetik. Das ist so sein Kernforschungsgebiet. Das hat mich damals schon direkt gecashed, als ich bei ihm die ersten Seminare gemacht habe. Und der hat sich unter anderem zum Beispiel mit so Romanen befasst wie Faserland von Christian Kracht. Faserland ist so ein Roman, der ist von Anfang bis Ende komplett mit Produkten und Markennamen gespickt. Das fängt damit an, auf der ersten Seite, dass er bei Fischgorsch auf Sylt steht und bei Fischgorsch in der nördlichsten Fischgorschbude in Deutschland und halt irgendwie Kalamari ist. Und da gibt es so eine Szene, wo er durch Hamburg fährt und hat so eine Barberjacken dabei, diese Wachsjacken, diese dunkelgrünen. Und er beschreibt Hamburg als Barbergrün. Also da ist quasi, da wird das Produkt zu dem Maßstab für die Welt. Und jeder weiß, wer Barberjacken trägt, jeder weiß, was das für eine Klasse kommuniziert, was das für eine soziale Schicht und für Umgangsformen kommuniziert. Und das überträgt er damit dann irgendwie auch auf die Stadt. Und solche Sachen haben mich immer interessiert. Und halt gerade mit dem Aspekt, dass man halt ganz spezifisch Österreich erzählen kann mit sowas. Und du hast halt sehr oft irgendwie auf den ersten Blick, denkst du, ja, die Tourismusma und die Sachen, die jeder kennt, was weiß ich, der Almi, den jeder Skitourist irgendwann einmal getrunken hat oder so. Oder was weiß ich, ein Jo-Himbeer-Sirup oder irgendwas auf der Art. Aber das ist oft viel subtiler. Und was ich halt gemacht habe, ist, ich habe das Wetter vor 15 Jahren vom Wolf Haas so als roten Faden durch die Doktorarbeit. Und das ist halt jetzt mittlerweile auch ein Buch. Also durch die Doktorarbeit herangezogen und dann halt in verschiedenen Aspekten mit anderen Romane verglichen. Und unter anderem Es geht uns gut von Arno Geiger. Das flüssige Land von Raffaella Edelbauer. Ganz, ganz toller Autor. Und übrigens kommt jetzt demnächst wieder ein neuer Roman raus. Großartig, TV. Dann Thomas Glavinitsch. Nicht so ein ganz großartiger Mensch ist, aber trotzdem gute Bücher schreibt. Und habe das dann halt irgendwie da so verglichen. Und da gibt es gerade zum Beispiel beim Arno Geiger gibt es eine ganz spannende Szene, wo eine von den Charaktere durch die Villa in Hitzing durch ein Dachboden geht. Und das seien halt verschiedene so Kaffee, so was mit Dalldosen von verschiedenen Kaffeehäusern. Und sie geht an denen vorbei. Und die Marken werden einfach nur so in Passing irgendwie erzählt. Und da geht es gerade in dem Kontext von der Stelle auch viel um die Enteignungen, um die jüdische Geschichte, um die Nachkriegsgeschichte, die da gerade passiert ist, die da so über dem allen schwebt. Und da halt einfach zu sehen, dass da ja irgendwie also jüdisches Österreich erzählt wird. Weil viel von den Kaffeehäusern haben ja extrem tiefsitzende jüdische Geschichte. Du hast dann auch so diese Rassismusdiskurse, die da mit reinkommen, jetzt um den sogenannten Meindelmoor zum Beispiel, der ja dann irgendwann umdesignt worden ist. Und das war gerade um die Zeit, wo das Buch geschrieben worden ist. Also österreichische Diskurse um Rassismus und um Darstellung von so Kolonialwarengeschichten und so Zeug. Also da ist unheimlich viel dense Sachen drin, wenn du so Sachen machst. Close Reading heißt das halt bei uns, dass man sich halt genau irgendein Produkt oder irgendeine Passage oder irgendeinen Satz anschaut und mal überlegt, was das da so mit reinbringt. Und das habe ich halt ganz viel gemacht durch die Arbeit hinweg. Weil ich glaube, die erste Assoziation ist irgendwie so, okay, ja, Marken, Österreich, Purprodukte, Mozartkugeln, Mannerschnitten. Ja, das ist egal. Die jetzt mal aus dem Urlaub mitbringen, für alle im Büro übrigens. Aber das ist, ich überlege gerade, weil ich arbeite derzeit selber gerade zu einem zeitgeschichtlichen Thema, zu österreichischen Waffen. Glock? Nein, in dem Fall zur GHL 45 von der Neurikum. Und das ist so eben die, wie das erste Ebene, wenn man daran denkt, Österreich, Waffen, Glock. Das ist so die Verbindung. Aber wie sozusagen, welche Produkte eigentlich lange Zeit in Österreich so der Thing-to-be waren, aber eigentlich mittlerweile vergessen sind und überstehen. Also jetzt fängt es bei mir im Kupus so zu rattern an. Also dass sie darüber extrem gut Geschichte erzählen lässt und natürlich Zeitgeschichte. Dann nochmal im Besonderen. Aber Wolf Haas, ja, jetzt ist schon wieder was passiert. Jetzt ist schon wieder was passiert, genau. Und zwar wirklich, weil das ist nämlich die Sarah dahin. Okay, wo waren wir stehen gebildet? Ah ja, Wolf Haas. Warum Wolf Haas? Weil ich ganz eigennützig bin und wenn ich mir denke, dass ich mich hinhocke und mehrere Jahre promoviere und mich mit einem Autor ewig lang beschäftigen, weil der nimmt mich an, den ich mag. Also ich bin brennender Wolf Haas-Verehrer. Also großartige Sachen, die der schreibt. Aber weil es so experimentell ist und so. Und ich weiß nicht, hat von euch mal das Wetter vor 15 Jahren gelesen? Nein, leider. Ich habe die Wolf Haases, also die ersten, weiß ich nicht, fünf, vier, fünf, glaube ich. Also die habe ich gelesen. Die Brenner. Die Brenner, sehr genau. Ja, super. Nein, aber es ist halt einfach, die Sachen, die er schreibt, auch jenseits vom Brenner. Der Brenner ist ja deswegen, und wir haben ja gerade eben den Schmäh schon gehabt, mit dem ist jetzt schon wieder was passiert, als die Internetleitung einmal kurz gesponnen hat. Weil er ist ja bekannt für seine Sprache, die er da benutzt. Und er ist ein unglaublicher Experimenteur, der bastelt halt, der arbeitet ganz visuell mit der, wie er Textlayoutet, der spielt auch immer wieder mit seinem Autoren-Image. Also wenn jemand die Brenner-Filme gesehen hat, er hat da zig Cameos drin. Also wenn man ihn kennt, findet man ihn auch. Und es ist einfach so dieses Spiel mit dem Autoren-Image. Also es ist auch ein Teil aus Doktorarbeit, die Author-Brands, also wie die Autoren selbst zur Marke werden. So wie die Jelinek zum Beispiel eine Marke geworden ist, obwohl sie das eigentlich nicht will. Kann man sich dem entziehen eigentlich nicht. Solche Sachen eben. Aber ja, und was er halt in Das Wetter vor 15 Jahren macht, ist halt genau in diese Kerbe schlagen, die mich halt einfach immer schon interessiert hat. Vielleicht also ein bisschen, weil das ja ein bisschen bis zum gewissen Grad zu meiner Identität da ist. Wie liest der Deutscher was? Wie liest der Österreicher was? Welche kulturelle Erfahrung bringt die denn auf welche Lesarten? Genauso wie mit der Sprache. Weil, das ist jetzt kein großer Spoiler, das Buch ist halt total super geschrieben. Das ist nämlich eigentlich nicht einfach ein Roman, sondern es ist ein Interview, was er schreibt von einem fiktionalen Wolf Haas mit einer Person, die einfach nur die Literaturbeilage hat. Und in diesem fiktionalen Interview erzählt er halt dann die Geschichte aus dem Roman, den er angeblich geschrieben hat und den er gerade als Autor vermarktet. Und da geht es unheimlich viel um das, wie die Rollen so strukturiert sein. Weil er ist natürlich alleine schon durch das, was man halt sieht, er heißt halt Wolf Haas und sie, also bin mir ziemlich sicher vom Close Reading, dass es eine Frau ist, sie ist die Literaturbeilage. Also er ist derjenige, der so diese, der halt den Status hat in dieser Literaturwelt, obwohl er natürlich eigentlich als Autor einmal davon abhängig ist, was der Feu da so schreibt. Und er teast sie halt immer so ein bisschen und sie teasten sie so gegenseitig. Aber er ist immer derjenige, der ihr halt so erklärt, er führt sie durch den Roman. Und wie er sie durch den Roman führt, weil er hat ihn ja geschrieben, er kennt ja das Terrain, was er damit produziert hat, führt er sie aber auch durch Österreich. Und er erklärt dir halt österreichische Redewendungen, österreichisches Deutsch, wie, keine Ahnung, dann halt irgendwie so Geschichten, wie kulturelle Unterschiede funktionieren. Das ist zum Beispiel, dass seine Figur, die eine Hauptfigur aus dem fiktionalen Roman, ist jemand, der, was halt immer nach Österreich auf Urlaub fährt und sich dann halt in Österreich in das eine Madl aus dem Dorf verliebt. Und die ganze Geschichte, die da immer passiert, ist halt, die wohnen bei die Bonattis auf einem Hof im Urlaub immer. Und der Herr Bonatti ist ein ganz, ganz goschatter, super guter Bergsteiger. Der weiß aber von nichts, der hat überhaupt keine Ahnung von dem, was er erzählt. Und die Kowalskis, die Polen aus dem Ruhrpott, die Polendeutschen, die da immer auf Urlaub fahren, die kennen sich aus, weil er arbeitet halt im Bergwerk, also im Tagebau. Und er kennt sich aus mit Klettern, er weiß, wie Gestein funktioniert. Und er versucht halt immer über dieses, du bist doch Berg, ich bin im Tagebau, wir haben ja da so eine gemeinsame Verbindung, versuchen sie immer so etwas herzustellen. Das funktioniert halt nicht, weil der eine halt nur Saisonbock markiert und der andere sich halt wirklich interessiert. Und halt solche, so tongue-in-cheek, so kleine Spiele mit den Klischees des österreichischen Tourismus ist schon super. Weil bei ihm ist dann halt auch, also da gibt es im wahrsten Sinne des Wortes verschüttende Geschichte bei ihm, also weil er das Buch noch nicht gelesen hat, er erzählt auch nicht alles, lest das, es ist super. Wir packen das natürlich in die Shownotes als Tipp. Auf jeden Fall, ganz, ganz tolles Buch. Aber ich finde die Kombination dann in unserer Runde doppelt spannend, weil ich gucke ja aus dem Salzkörper gut. Aus dem Mariaalm am Stein in den Meer. Ich bin in Bad Ischl in die Schule gegangen, ich habe eine komplette Sissi und ganz Josef und Habsburger. Ja, meine Familie, also die von meinem Vater, die sahen seine längste Zeit, also früher waren die in Aniv und heute sind sie alle in Monze. Also gleiche Ecken. Und hier sitzen wir gerne im Sommerurlaub in der Früh in Monze und schauen dann halt so, wie die Sound-of-Music-Tours einfallen, der Reihe nach. Oh ja, Sound-of-Music, oh ja, Sound-of-Music. Wir hatten in der Schule eine Unterrichtspraktikantin, eine US-Amerikanerin. Es war großartig, die war der totale Sound-of-Music-Fan. Und war total enttäuscht, weil sie in Österreich niemand kennt. Genau. In London gibt es wöchentliche Sing-Along-Screenings. No way. Nein. Doch. Für mich war das, ich bin ja aus Deutschland eigentlich und ich bin nach Amerika gegangen als Au-pair. Und drüben haben mich die Leute alle angeredet, weil ich damals schon wusste, ich gehe danach nach Wien, ich gehe zu meinem Freund nach Österreich. Und so, ah ja, Sound-of-Music. Und ich kannte das nicht und ich wusste nicht, wovon die reden. Ich so, hä, was Sound-of-Music? Ich habe überhaupt, ich hatte null Bezug dazu. Und dann bin ich nach Wien gekommen und habe meinen Mann gefragt, damals Freund, jetzt Mann, sage ich, was ist das eigentlich, dieses Sound-of-Music? Was wollten die da die ganze Zeit von mir? Die wollten wissen, ob ich die Lieder kenne. Ich so, was ist das? Dann habe ich mir das eingeschaut. Und so, nein, nicht wirklich. Das ist doch nett. Das Bild, das jetzt... Dafür kommt auch nach Österreich. Das ist, wofür die nach Österreich kommen. Es ist total wild, weil vor allen Dingen, das ist halt... Man glaubt gar nicht, was das auch für Wellen zieht. Also ich habe halt, als ich nur unterrichtet habe am King's College, habe ich mal einmal so eine Vorlesung gehalten mit einer Lektorin aus dem French Department, also mit einer Französin zusammen, wo es unter anderem um Nationalhymnen und so gegangen ist. Das war halt so ein Modul, was für alle Studenten aus den neuen Sprachen quasi war. Also das war bei uns halt Französisch, dann Spless, also Spanish, Portuguese, Latin American Studies und halt Deutsch. Und da habe ich meinen Teil von der Vorlesung, die steht ja schon seit Jahren, ein bisschen umgeschrieben. Ich habe gefreut, ob das passt. Und ich habe halt statt der österreichischen Nationalhymne in der Vorlesung Edelweiß gespielt, um zu schauen, ob es irgendwer checkt. Und nicht einmal die Deutschen haben es checkt. Nein. Die checken das nicht. Und ich weiß nicht mehr genau, welcher Bundespräsident das war. Aber irgendeiner ist auf das Besuch in die USA gewesen und sie haben ihm Edelweiß gespielt, weil sie das nicht überrissen haben, dass das nicht die Nationalhymne ist. Hind, es ist nicht Englisch. Aber das ist halt total faszinierend. Und das funktioniert halt genau deswegen, weil Österreich halt auch irgendwo eine Marke ist. Immer schon gewesen und durch den Tourismus wird es natürlich auch extrem ausgebreitet und so. Und das passt halt so gut zu dem Image, was Österreich auch für sich selber intern ganz gerne aufbaut. Einmal auf dem hübschen Natur, Tourismus, Traumland. Alles ist unberührt. Es ist wunderschön bei uns. Die Klaren sehen, die grünen Wälder, die Wiesen, die was riechst, wenn du nur auf dem Poster siehst. Und auf der anderen Seite aber auch, und das ist das viel kritischere und viel problematischere dabei, dieses elendige, niemals sterben wollende Opfernarrativ. Wir haben uns ja gewehrt. Die bösen Nazis sind ja gekommen und dann sind wir halt gegangen, weil das war ja nicht zum Aushalten. Wir seien ja die armen Opfer gewesen. Wir sind in so einer schönen Landschaft, können ja keine schlechten Menschen leben. Aber ist das was, das würde mich nämlich eh total interessieren, weil das ist natürlich, ich meine, mit Waldheim, bla bla, Aufbruch, Opernarrativ, wir kennen die Story. Aber das ist ja eine sehr starke Innensicht in Teilen der österreichischen Öffentlichkeit, würde ich jetzt einmal sagen. Also alles, was man sich irgendwie so politmedialer Komplex nennt. Man sagt, okay, wir haben dieses Opfernarrativ überwunden. Nein, haben wir nicht. Wir wissen, dass es nicht so ist, also zumindest je nachdem, welche Öffentlichkeit man sich anschaut. Aber mir wird das interessieren, ob du da was sagen kannst dazu, was die Außensicht auf dieses Opfernarrativ betrifft. Ist das was, was in den Feldern, wo du unterwegs warst, überhaupt Thema ist, beziehungsweise ist dieses Opfernarrativ da, gab es das überhaupt jemals in der Aussicht auf Österreich? Oder war das so irgendwie unser Entschuldungsding heute? Ich glaube... Inwiefern spießen sie da innen und außen sich, wenn man das so formulieren kann? Ich glaube, man kann ganz grob so sagen, a little bit of column A, a little bit of column B, also schon ein bisschen was aus beiden Welten. Also mir ist es jetzt noch nicht so extrem vorkommen, dass man halt wirklich, vielleicht hat mal, also wer es nicht gesehen hat, nächster Tipp, Waldheims Walzer von Ruth Beckermann. Ganz großartiger Film über diese Waldheim-Zeit. Und da sind halt super viele Zeitdokumente drinnen. Also irgendwelche Leute, die wollen halt wirklich zutiefst empört sein, dass irgendjemand was gegen ein Waldheim haben kann. Und das ist halt eben, da hast du ja immer wieder dieses Narrativ so, ja, wir haben ja nichts gewusst, wir waren ja nur Opfer. Es ist natürlich eine Selbstbestätigung sicher. Und ich glaube jetzt nicht, dass Österreich so sehr wirklich als Opfer wahrgenommen worden ist, aber von dem, was ich so mitbekommen habe, von externen Leuten, die sich jetzt nicht spezifisch mit der europäischen Geschichte und vor allen Dingen auch mit Österreich beschäftigen, die haben es zumindest nicht als Täternation wahrgenommen. Und das hat schon viel erreicht, weil das natürlich auch, geht ja auch auf historische Entwicklungen zurück. Und wenn du es halt irgendwo mal in einem Staatsvertrag eingeschrieben hast, dass du da Opfer gewesen bist, kommst du da relativ lang um Diskurse herum. Und das ist ja eh alles, also es ist wirklich international mit dem Waldheim eigentlich erst wirklich aufbrochen, dass man mal hinterfragt hat, ob nicht Österreich vielleicht auch ganz klar ein bisschen schuld an dem ist, was da passiert ist. Ganz minimal. Ich meine, die Deutschen wissen das natürlich, aber jetzt im UK oder halt die Amerikaner zum Beispiel, die war es bei uns an der Uni, die Asiaten haben super viel chinesische Studenten und auch recht viel koreanische. Für die war das auch völlig neu. Also das sind einfach Welten, die existieren in diesem kleinen Kleinen nicht. Da gibt es halt Deutschland und das war es. Da kommt Österreich dann halt auch entgegen, dass es einfach so ein winzig-wunziges Land ist, das niemand wirklich platzieren kann auf der Karte. Wir sind ein kleines Land. Wir können gar nichts schlusses Andere. Genau. Nicht nur das, aber nicht einmal so sehr das, aber ich meine, welcher Australier weiß denn bitte, wo Österreich liegt? Die wissen nur, dass da keine Känguru gibt. Die Australier zumindest wissen, dass es in Österreich keine Kängurü gibt. Ja. Ja. Nein, es ist wirklich so. Aber was mir ein bisschen, also was mir jetzt irgendwie gerade geschossen ist, es gibt ja auch dieses Thomas-Bern-Hatsche-Österreich, dieses Helene-Nexche-Österreich. Das Anti-Heimat-Österreich. Genau, diese Anti-Heimat-Österreich. Ist das, ist das, was, was, also auch da wieder ähnliche Frage zu vorher, was dir in deinen Forschungen aufgefallen ist, was auch außerhalb Österreich sozusagen aufschlägt, sozusagen diese Antithese zur Insel der Seligen? Oder ist das auch wieder was, wo wir uns halt in unserem, in unserem Bernhatschen, im Bernhatschen Sinne ergehen, also diese dunkle Seele und dieses Verregnete? Oder schlägt sich das auch in der Marke oder in Marken nieder? Ist das was, was auch am Unterkund? Also in Marken, wenn du jetzt mal auf den Literaturmarkt schaust, in Marken niederschlagen, tut sie es fix. Also ganz sicher. Und das ist auch was, also gerade diese Anti-Heimat-Literatur und natürlich auch die Größen, die halt wirklich relevant sind, so Bernhard Jelinek, Ahud Beckermann als Regisseurin, die sind ja alle super aktiv dabei gewesen, also auch politisch aktiv zu sein, zu der Wildtime-Zeit. Und auch gerade Jelinek, die schreibt ja nach wie vor mit einem großen Furor gegen dieses, gegen dieses Kitsch Österreich und halt eben auch gegen rechte Politik an. Die haben, spielen eine unglaublich große Rolle da. Und das ist halt die Leute, was sie so wissenschaftlich zumindest damit beschäftigen, auf jeden Fall bewusst. Und ich glaube halt, dass es durchaus auch was ist, was als Export so funktioniert, was aber viele Leute nicht so, ich glaube nicht gleich lesen, wie Österreicher oder Österreicherinnen das lesen. Also ich muss da Beispiel filmen. Wenn ich die Beefgesager schaue, sehe ich was ganz anderes, wie ein Sat.1-Zuschauer, der was die Beefgesager schaut. Oder halt irgendwie, gerade haben wir halt vorher davon gehabt, Braunschlag. Das ist einfach eine total weirde, total irre Serie für die meisten Deutschen. aber wenn du halt ein bisschen Ahnung von der österreichischen Seele in Anführungszeichen hast. Das ist halt einfach so tief mit so vielen kleinen Referenzen, die du halt nur verstehst, wenn du diese Kultur wirklich kennst. Das ist halt, das ist halt wirklich, wirklich spannend. Und da gibt es ja auch diesen schönen Saga, ich weiß jetzt aber ehrlich gesagt nicht, von wem der ist, wo es halt halt das Problem bei Österreich und Deutschland ist, was uns trennt, ist die gemeinsame Sprache. Und das ist halt genau das, man glaubt immer, ja, der kann ja kein großer Unterschied sein, aber es ist doch, es ist doch viel. Ich bin Ende der 90er nach Österreich gekommen. So das erste Mal, damals eben Fernbeziehungen und Freunden gemacht. Und ehrlich, jeder einzelne Österreicher hier, inklusive meiner zukünftigen Schwiegermutter oder meiner späteren Schwiegermutter, hat versucht, das Leben absichtlich schwer zu machen mit möglichst viel Dialekt und seltsamen Redewenden. Sag einmal auch kein Zertschwort. Auch kein Zertschwort. Nein, eher so, da sind dann die Kroppen auspackt worden und ich erinnere mich, ich habe dann einem Neffen von Christian damals Nachhilfe gegeben in Deutsch und der hat, oder zumindest Hausaufgaben betreut, und der hat irgendwas geschrieben von einer Scheibdruchen. Das war genauso geschrieben, wie ich das jetzt ausgesprochen habe, also Scheib mit B und Druchen mit D-R-U-C-H-N, ja, Druchen. Und ich wusste einfach nicht, was das ist. Und die Mutter schaut mich völlig unverständlich an und sagt, na, eine Scheibdruche natürlich. Und ich wusste immer noch nicht, was das ist, weil was bitte ist eine Scheibdruche? Eine Schiebetruhe? Naja, und das deutsche Wort eine Schubkare. Schubkern hast du es bei uns. Schubkern. In Hessen. Schubkern. Schubkern. Das Schlimmste ist alles, jede Bezeichnung von Essen. Du kannst, wenn du als Deutscher versuchst, in Wien oder irgendwo in Österreich im Supermarkt was einzukaufen und du weißt nicht, wo die Tomaten oder der Mais liegt, dann machen sie es dir absichtlich schwierig. Wobei das aber auch was ist, was auch lustig ist, weil du da halt wieder so die Grenze zwischen Ost- und Westösterreich siehst. Also wie extrem der Einfluss halt von Sprache auch dahingehend ist. Also keine Ahnung, da gibt es ja mal diese schönen Landkarten, wo du dann halt siehst, wo welche Begriffe in Gebrauch sind. Deutschland ist das natürlich auch wegen der Fläche und die verschiedenen Sprachräume und der Historie, weil Deutschland ja nicht einfach immer Deutschland war, ja nochmal viel interessanter. Also du siehst ja richtig, wie die einzelnen Begriffe sich halt ändern. Und ich finde das immer total faszinierend, wenn du halt mit Ostösterreicher redest, die ja sehr viel Balkan-Einfluss haben im Vokabular. Was ich total spannend und total schön finde irgendwie. Also Fisolen und so. Das hat schon was. Kokoruts. Aber ist es nicht auch Österreicher? Ich denke mal die ganze Zeit so diese Abgrenzung Österreicher. Sich Richtung Deutschland abzugrenzen ist ja richtig gehende. Österreicher ist die Kulturtechnik. Auf jeden Fall, ja. Ja, voll. Absolut. Ich erinnere mich an den PISA-Test einmal, wo Österreich wirklich schlecht abgeschnitten hat. Aber das Wichtigste und jede Schlagzeile war, wir haben besser abgeschnitten als die Deutschen. Ja, reicht ja. Was glaubst du, warum Cordoba so ein Kult? So ein Kult. Aber ich wollte gerade sagen, das ist das Kult. Aber ich würde euch... Cordoba, ich habe das so oft gehört. Ich kann nicht mehr. Cordoba ist... Wien wird Cordoba schalalala. Der war der Größenwahn sehr ergreifbar zu der Zeit. Jetzt möchte ich allerdings noch dazu sagen, vielleicht... Wir haben ab und zu doch ein paar verirrte deutsche Hörende. Na, vielleicht kann jemand sagen, was Cordoba war, weil die Deutschen wissen das nicht. Das war nämlich das wirklich Ergste. Ich bin nach Wien gekommen und irgendwer hat mir was erzählt von Cordoba. Ha, ha, ha. Und ich habe einfach nicht gewusst, um was es da geht. Ich habe jahrelang nicht verstanden, warum es bei diesem Cordoba eigentlich ging und was die mir da vor die Nase halten. Das war ein historisches Großereignis, war Cordoba. Das war... 1978? 1978? Genau, Juarez 2 war es ja gar nicht. Ich glaube. Also Cordoba ist das österreichische Wunder von Bären. Wir haben einmal im Fußball gewonnen. Wir haben einmal im Fußball gewonnen. Wir haben einmal im Fußball gewonnen gegen Deutschland. Ja, das gibt... Aber es ist halt auch total lustig, weil Sport ja halt einfach auch so eine Rolle spielt. Und das ist... Eigentlich ist es wirklich lustig, weil wir haben 3 zu 2 gespielt und zwar nicht einfach nur einmal im Fußball gewonnen, sondern einmal im Fußball gewonnen gegen Deutschland. Das ist extremst wichtig. Und es ist halt... Es ist halt funny irgendwie, weil so wie es halt vom Wunder von Bären dieses... Tor, Tor! Diesen klassischen Ruf gibt, der halt auch im Film dann drin war. Das ist halt einfach total fix eingesetzt. sondern im Österreichischen. Also, ich werde narisch! Wie ein Tarik am Ende hat, der das schreit. Und das ist genau so in die Kultur eingebrannt, glaube ich, bis in alle Ewigkeit. Wie halt... Wie das Wunder von Bären, nur halt mit dem erschienen Unterschied, dass Österreicher keine Fußballnationen... und ich habe eine Verzeihung, ÖFB. Aber das heißt, also ich finde das ja total faszinierend, dass man das... Dass sich darüber forschen lässt. Ich meine, gut, beforschen lässt sich alles. Aber das ist sozusagen... wo der wirklich... da wirklich... auch was herausdestillieren kann, was dieses... das ist, was ja so... kulturell so schwer greifbar ist, aber dass sich das auch wirklich dann... dann bearbeiten und beschreiben lässt. Und... das ist schon bemerkenswert. Ich finde es halt auch spannend, weil es halt sehr viele Autorinnen und Autor gibt, gerade aus Österreich, die mit dem halt auch spielen. Und ich glaube, das ist halt was, wenn du schreibst, ich stehe schon einmal A, mit Narrativen befasst und B, halt mit der Kultur, in der du die bewegst. Und du bist natürlich auch... Das ist eine Illusion, von der man sich freimachen muss, dass Autoren und Autorinnen in dieser reinen Kulturbubble leben, die jenseits von jeglichen materialistischen Konzerns irgendwie besteht. Das ist ein völliger Schwachsinn. Als Autor oder Autorin musst du vor irgendwas leben und du lebst halt in einem Literaturmarkt und du produzierst was für einen Literaturmarkt. Aber wenn das nicht dein Ziel ist, aber du bist von dem halt irgendwo abhängig. Und da ist halt auch ganz interessant zu beobachten, einfach wie halt Leute aufgenommen werden oder verstoßen werden von Märkten. Die Jelinek ist da ein Musterbeispiel dafür. Die ist jahrelang, jahrzehntelang als Nestbeschmutzerin beschimpft worden. Die ist im kamenösterreichischen Verlag hat die mal so einen Furs am Boden gekriegt. Und dann hat sie irgendwann angefangen, nachdem sie Jahre bei deutschen Verlagen veröffentlicht hat, Preise zu gewinnen. Auf einmal war es unser Jelinek. Das kennen wir schon auch ganz gut, mehr Österreicher. Die außen hauen, die was nicht so super sein. Und die vereinnahmen, die was super sein. Ich sage nur, Hitler und Beethoven. Hitler der Deutsche und der Beethoven der Österreicher. So schaut es nämlich noch aus. Aber ist das, ist das was, das sich hält? Also diese, das auch im jungen Kulturbetrieb nach wie vor Thema ist. Also diese, ich nenne es jetzt einmal Identität Österreich oder diese Spiele auch mit, mit, mit diesen, mit diesen Marken oder dieser Marke oder diesem. Ich glaube, das ist ja auch was, was einfach, gerade für LeserInnen, ja, was auch das Identitätsstiftende ist. Aber ist es das auch für, sage ich jetzt einmal, jüngere AutorInnen als für Wolf Haas? Ich denke schon, fix. Also die Raphaela Edelbauer, die ich vorher angesprochen habe, ist ja ein Musterbeispiel dafür. Ich glaube, die ist sogar jünger wie, ich meine, also irgendwie auch in die 30er auf jeden Fall. Und extrem gute, sehr erfolgreiche Romane geschrieben. Und gerade bei dem, den ich halt jetzt auch in der Doktorarbeit damals mir zur Brust genommen habe, das flüssige Land, das ist halt schon sehr, das hat so Anklänge an diese Anti-Heimat-Literatur. Und da geht es halt auch viel um das, wie Österreich halt irgendwie nicht das ist, was es scheint. Sie kommt da in so ein Dorf, was den Eindruck erweckt, es wäre so ein Postkartendorf, weißt du, alles schön, alles super. Und dann kommt aber dann im Endeffekt raus und da hast du ein bisschen so eine Anthropozän-Öko-Kritik auch, die da mit reinspielt. dass das Dorf halt auf einem total ausgehüllten Erdinneren steht. Und da waren halt auch so Anspielungen an österreichische Ausbeutungsgeschichte. Du hast dann halt irgendwie, kommt dann die Geschichte von dem Loch, also das Loch, auf dem dieses Dorf halt steht, wird dann halt irgendwie erläutert. Und dann kommt halt raus Salzabbau, Silberabbau, die Leute, die dann halt irgendwie aus Gier sich einander nicht kommuniziert haben, wo sie gerade graben, die dann halt kreuz und quer in einen anderen Stollen eine graben haben, damit alles hin stabil wird. Dann halt die Nazi-Geschichte mit irgendwelchen Waffen und Rüstungsbauten, die halt da drinnen sind, was ja im Endeffekt auch alles sehr anklangend an die Realität hat. Und du dann einfach sagst, unter dieser, das Ganze, was man da halt rauslesen kann, also was ich zumindest da rausließe, bin mir nicht sicher, ob das die Intention von Raffaella gewesen ist. Aber es schwingt halt immer mit, ist dieses, du hast diese heile, wunderschöne Fassade und alle sind ständig damit beschäftigt, diese Fassade zu kitten und zu verbergen, was dahinter ist. Und das ist ja was, was du auch schon bei Autoren von früheren Generationen hast oder halt auch in so Kultsachen wie eben der Piefkesager. Die meisten Leute haben mir das nie fertig geschaut, glaube ich, weil es gibt ja nur einen vierten Teil. Und der ist ja komplett dystopisch wild. Der ist ja so ein Tourismus Österreich, was im Endeffekt auf einem riesigen Müllberg aufbaut ist, wo nur mehr so eine Lage, so Kunstrasen drüber ist und die ganzen Tiroler kriegen dann irgendwelche Chips ins Hirn implantiert, damit sie halt gute touristische Dienersklaven sind, die was im Endeffekt nicht mehr wahrnehmen, wie sie da gerade leben und dann im Endeffekt dann nicht mehr aufmucken können. Und dann wird dann halt irgendwie das, so die Roboter-Revolution, da versuchen sie das irgendwie so stürzen, dieses System. Und das ist halt im Endeffekt eine total dystopische Überzeichnung von dem, was halt Massentourismus macht, von dem, wie auch historisch eben Sachen verkittet werden. da gibt es ja auch das niemals, dieses wunderschöne Bild von Punschkrapfen, deswegen habe ich ja den Punschkrapfen auf meinem Buch halt platziert zum Schluss. Die haben zig Leute haben den gebracht und aber besonders schön formuliert fand ich es vom Robert Menasse, von dem gibt es so eine ganz tolle Essersammlung, das war Österreich. Ja, schön. Und da erzählt er halt eben auch so, dass der Punschkrapfen, du bringst jetzt natürlich jetzt nicht mehr wörtlich zusammen, weil ich habe es jetzt nicht vor der Nasen, aber der Punschkrapfen ist halt so ein wunderschönes Symbol für Österreich, weil A ist es natürlich ein Zuckergebäck, was halt jeder irgendwie mit Österreich verbindet, weil das gibt es halt eigentlich nur in Österreich, aber es ist halt auch diese schöne, süße, glänzende Oberfläche und innen drinnen besteht er dann halt aus braunen und alkoholgetränkten Resten. Und das ist ein sehr schönes bildliches Statement und halt A Musterbeispiel dafür, wie man halt österreichische Produkte benutzen kann, um Österreich als Nation zu beschreiben. Wie war das? Braune Alkoholgetränkte Reste. Und zwar sagt er noch die halt dann mit, also es geht um alte Reste, was er halt so schon hervorhebt, was ich ganz schön finde, weil er es auf diesen Neutralitätsmythos so anspielt, die halt durch Alkohol gewissermaßen neutralisiert werden. Also das ist die Wortwahl, die er in seiner Version drinnen hat. Ja, das ist so außenrot beziehungsweise rosa innenbraun und immer ein bisschen ausgesoffen. Es gibt ja schon auch die österreichische Popkultur. Entschuldigung, es ist einfach neuerlegend, ich muss gerade an Red Bull und Felix Baumgartner denken. Das ist eher plätestens, nämlich lustigerweise, ich glaube, das war bei, genau, ich habe Friends, ich habe manchmal so irgendwie, eigentlich war die Serie Friends, ich bin nicht so hyped about it, aber manchmal habe ich so Friends-Phasen, da schaue ich mir irgendwie dann so ein paar Folgen hintereinander an und in irgendeiner Folge kommt Red Bull vor, also so ein klassisches Placement, weil ich das richtig in Erinnerung habe auf jeden Fall, aber anyway, es findet sich ja in allen möglichen Serien immer wieder und das ist für mich so ein bisschen und das ist für mich so ein und das ist für mich so ein also Red Bull, jetzt die updated Punschkrabfall auf Österreich, habe ich irgendwie den Eindruck, was jetzt diese Strahlkraft betrifft, einerseits, aber andererseits, was ist halt, es ist auch in meinem Fitnessstudio laufen immer diese Red Bull TV-Geschichten, also inwieweit man nämlich Österreich mit Extremsport, mit Getränk, mit einer Person, Mathe-Schutz, irgendwie verbinden kann und das so nach außen exportiert, nämlich völlig unpolitisch auf den ersten Blick, aber eigentlich total politisch, also das ist mir jetzt einfach gerade eingefallen, wenn man so denkt, was in Österreich ist, jetzt eben nicht Nostalgie, sondern wo findet sich Popkultur, das halt irgendwie so trotzdem nur immer ein bisschen Punschkrabfall-Vibes hat. Ja, und ich glaube, das wird es dann nicht wegbringen, also es ist halt ganz spannend, das zu sehen, weil das natürlich auch, also die Markenstrategie, die Red Bull halt gemacht hat und die sie internationalen halt haben, die greift schon auf auf althergebrachte österreichische Markenstrategien auf, wenn es der Löch ist. ist dann auch die Frage, gut, schaust du jetzt nur wirklich spezifisch auf Red Bull als jetzt die Getränkemarke oder halt die Präsenz als Marke Red Bull, also jetzt was weiß ich, bei Formel 1, beim Baumgartner, der halt offensichtlich der lebende Beweis dafür gewesen ist, dass das nicht so gut ist, wenn man so extrem schnelle Druckwandeln mitmacht, das ist für das Hirn nicht gescheit, glaube ich. Oder ob du dann halt auch die weitere Marken, die da hinten noch dran stehen, irgendwie mit einbeziehst, weil dann hast du nämlich noch, bis du innerhalb, mit einmal abbiegen bist, bei Servus TV zum Beispiel. Oder Servus dem Magazin im Endeffekt. Ja, die ganzen Verlage, die da halt hinten drinnen hängen mit Red Bull Media. Und es ist halt einfach echt spannend zu sehen, weil die, das Angebot, was die haben jenseits von den Getränken, ist halt sehr, also auf diese Kernprodukte von der Marke Österreich, wenn man das so sagen kann, ausgelegt. Sport, Österreich ist natürlich jetzt keine Fußballnation, kein Europa, wo er ausreißt, offensichtlich. Aber es ist halt trotzdem eine Sportnation. Weil was wir, was wir als Theater machen, ums Skifahren, was wir als Theater machen, um sämtliche Triathlons, die das ganze Jahr über irgendwo passieren, wir sind eine Sportnation. Und das ist halt, das ist halt was, was sehr nach außen porträtiert wird. Und das ist auch was Sport, das ist immer so was, wo du Schaulaufen gehen kannst. Deswegen ist es auch so, dass halt Sanktionen oft auch in der Form auftreten, dass halt Länder von beispielsweise die Olympischen Spiele ausgelassen werden, weil es immer auch Schaulaufen ist. Und das ist auch wichtig für so Außendarstellungen, sowohl von der Nation als solches, als auch von solchen Marken. Und dann ansonsten, was hast du mit Servus, du hast dieses nostalgische Zurück zur Natur, Landleben, was auch, da wird die Sarah, der Lied davon singen können, auch immer so gerne ins Schurbelige reinkippt, hier und da, wenn dann irgendwelche Kräuterhexen irgendwo ausgraben werden. Aber von der Ästhetik her gefällt mir das, das muss ich ehrlich zugeben, das ist mir hochnotbeinlich, aber es ist eigentlich eine schöne Ästhetik. Steine im Wasser, die schönen Steine im Wasser. Ja, diese Renovierungs, die haben ja mal diese Haus-Stories, wo du irgendwelche Leute sich irgendwo einen Stall im Salzkommagut kaufen oder was weiß ich, im Mostviertel und dann halt den Stall herrichten. Dann siehst du halt dieses alles handgemacht und so eine Mischung aus modern, aber trotzdem dem alten treu geblieben. Das ist halt auch diese ganze Nostalgie-Erzählung, irgendwie zurück zu den Wurzeln, was ja auch, sind wir wieder beim Hofer, zurück zum Ursprung, Branding, so Zeug halt. Oder halt eben wie dann diese ganzen Wander- und Sportmagazine, wo das halt so ein bisschen in die Schnittmenge von den zwei Sachen halt fallen, so Bewegen in der Natur. du gehst halt wandern, Wanderempfehlungen, Almtouren, irgendwelche Packlisten, was für ein Rucksack muss man kaufen, solche, was ja dann auch wieder Konsum anregt. Das ist ein geschlossener Kreis, der halt genau auf diese Markenkerne von der nationalen Marke Österreich, wenn man das so will, irgendwie aufbaut. Wanderoutfits. Ich sage nur Wanderoutfits. Aber gutes Stichwort, Schwurbeln und Österreich. Auch eine kleine Schnittmenge. Also das werdet ihr jetzt natürlich nicht hören. Also doch, ihr hört das, aber wir sitzen alle drei sehr grinsend gerannt da. Das ist ja auch so ein Ding. Vielleicht, also wir haben ja noch Zeit und ich finde, das lohnt sich absolut. Das ist ja auch so ein Thema von dir, Becks, so esoterische Erzählungen, Narrative, alles, was irgendwie so unter Schwurbel reinzupacken ist. Warum gerade Österreich? Also warum passt das so gut zusammen? Hast du da eine Antwort drauf? Wenn ich eine Antwort hätte, dann wüsste ich, wo man es bei der Wurzel packen könnte. Also eine einfache Antwort habe ich sicher nicht. Aber ich glaube, was da halt auch bei mir halt immer so aufploppt, und das liegt auch wieder an dem, dass ich auch dieses ganze Schwurbel-Thema, viel so aus dieser Marketing, Branding, wie werden Sachen verkauft, wie werden Sachen beworben, Perspektive so anschaue. Ja klar, wenn du halt eine Nation hast, die sehr auf Ursprünglichkeit, Naturbelassenheit, bla bla bla irgendwie aufgebaut ist, was ihre Narrative angeht, und die Art und Weise, wie sie sich selbst inszeniert, weil der Bauerngarten halt irgendwie der große Standard in sämtliche Tourismuswerbungen ist, und halt alles, was irgendwie Industrie und Neu ist, ist grundsätzlich böse, hat natürlich auch seine schlechten Seiten. Also versteht es mich nicht falsch, Menschen da draußen. Es ist schon klar, dass das kein Schwarz-Weiß-Szenario ist. Aber wenn du halt in solchen Narrativen hast, die ready-made im Regal liegen, um darauf aufzubauen, ist es natürlich leichter zu sagen, ja, Chemie ist auch total böse. Alles ist Chemie, aber das muss ja auch keiner wissen. Also Chemie ist auch total böse, deswegen, esst lieber die tollen Globeli, dann nimmst du die Batchblüten, oder macht euch selber einen Kräutersud, und ihr braucht es nicht zum Arzt gehen, weil die wollen alle nur Geld verdienen. Und halt, ah, das hast du ja in der Corona-Pandemie gesehen, wie leichter dieser ganze Pharma-Skeptisismus zum Beispiel an so Zapfen gewesen ist. Und halt solche Sachen bieten sie da an. Und warum wir dann ständig so Zeug produzieren wie ein Steiner oder sowas, keine Ahnung. Sagen wir es mal so, wir haben genug historische Altlasten. Wir kommen um die Diskussion, Schwurbel und Österreich, niemals herum, ohne dass Steiner auftaucht. Jedes Mal, weil er sich halt genau bei diesem schönen, natürlichen Bild und im großen Bauerngarten halt genau dort hinein, genau die Kerbe reinschlägt, mit dem, alles was zu modern ist, ist böse. Also ich meine, man kann bei Steiner halt wirklich schön die Grenze ziehen. Alles was nach seiner Jugend erfunden worden ist, ist technologisch und damit, ich sag's jetzt nicht, doch, ich sag's Arimanik, also den Widersachermächten aus der Antroposophie zugeordnet. weil es ihm zu modern war und der schlägt natürlich da ganz genau hinein und das, auch die ganze, die ganze PR von Waldorf geht ja genau in diese Richtung und von Demeter. Das ist ja, du kannst ja heute den Leuten erzählen, auf was für Esoterik Demeter aufbaut und sagen trotzdem, ja, aber es ist alles viel natürlicher und den Kühen geht's besser. Hm, stimmt halt nicht, aber ja, es ist, es ist dieses, dieses, unsere Heimat, unsere Natur als Erzählung so mächtig. Ja, aber willst du mir jetzt etwa sagen, dass es einer Kuh nicht gut geht, wenn die kein Antibiotikum kriegt, wenn sie eine bakteriale Infektion hat? Nein. Da geht's bestimmt super, weil das ist nur die Erstverschlimmerung. Ich finde das suboptimal, die von Miklobuli zu behandeln. Suboptimal. Gäh, schmeckt wenigstens gut. Keine Ahnung, wir müssen wissen. Aber ja, es ist halt echt, man lacht so drüber, gell, aber ich meine, du weißt ja, ich glaube, wir wissen das alle, das hat natürlich auch enorm große, großes Zerstörungspotenzial, und extrem viel negative Konsequenzen und da ist auch wieder eine historische und politische Dimension, die man nicht außen vorlassen darf. Wir sind halt natürlich dann mit solchen Sachen genauso schnell wie bei die schönen Natur und wir sind halt, wir kümmern uns nicht um Kühe im Demeterhof, wir kümmern uns nicht um die Kinder in der Waldorfschule gescheit und wir kümmern uns schon überhaupt nicht um alles, was nicht da herkommt, in Anführungszeichen, nach deren Weltbild. Also da bist du in zwei Sekunden beim Rassismus und dann bist du in zwei Sekunden bei der FPÖ. Also es ist halt ein Netz, das sehr, sehr schwer zu einem zum Entknüpfen ist, glaube ich. Und ich würde mir mal die super steile These aufstellen, die ist auf einer Temperaturskala, aber die gerade so lauwarm, knapp unter Raumtemperatur, dass man das auch gar nicht kann. Das sind einfach so lang historisch gewachsene Zusammenhänge, die eigentlich immer schon da waren. Und ich glaube, Corona hat das nochmal sehr eindrucksvoll irgendwie sichtbar gemacht, was vielen Leuten vorher überhaupt nicht bewusst gewesen ist. Weil du hast ja ganz viel diese Diskussion gehabt, wie kann das sein, dass auf einmal die Hippies, die sind ja eigentlich alle links und grün, dass die auf einmal mit den Nazis auf die Straßen gehen. Ja, da hat es immer schon einen Overlap gegeben. Natürlich sind Hippies als große Bewegung im Großen und Ganzen nicht nationalsozialistisch und nicht faschistisch oder so und zum großen Teil natürlich nicht rassistisch. Aber in diesen Fringes, in diesen Außenbezirken, wo es halt viel in die, wo es halt viel in solche ganz extrem alternativen Denk- und Lebensweisen geht, ist es immer schon ein Einfallstor gewesen, da hat es immer schon Kombinationen gegeben. Und gerade dieses Zurück zur Natur, dann fängst du halt in Nullkommanix damit an, was ist denn Natur, in deiner Gruppe zu bleiben, das zu isolieren, die auf deine Gruppe, dein, in Anführungszeichen, Volk irgendwie zu konzentrieren. Das ist nicht abwegig. Als jemand, der in einem linken Schwurbelhaushalt aufgewachsen ist, hat mich, also mit Hippie Mama, hat mich das damals, dieser Connex, wirklich überhaupt nicht überrascht. Weil das was war, wenn du in dieser Szene irgendwie, wenn du irgendwas damit zu tun hattest und ich war halt 15 Jahre lang da voll drin, dann weißt du, dass diese Verbindung einfach da ist. dann merkst du auch irgendwann so, oh ups, das sind total viele Sachen, die sind einfach schräg ähnlich wie bei irgendwelchen Neonazi-Gruppierungen. Wir sind über Johannifeuer gesprungen und dergleichen mehr. Da hast du so viele Connexe, wenn du halt auch nur zweieinhalb Sekunden drüber nachdenkst, ist es gar nicht so abwegig. Und es ist vor allen Dingen auch, sind wir auch wieder bei Außen- und Innenwirkungen. also es ist ja im Endeffekt ähnlich wie halt diese Art und Weise, wie so die nationale Identität oder die nationalen Erzählungen von Österreich sowohl nach innen als auch nach außen der Wirkung haben. Ist das bei solchen Sachen natürlich auch. Wenn du, wenn du, es macht einen riesigen Unterschied, ob du die gleiche, exakt gleiche Rhetorik von einem, was weiß ich, einem jemanden Bekannten wie am Martin Sellner oder am am Kickl oder am Höcke oder sowas hörst oder von irgendeinem Springerstiefeln mit Glatze, wo halt offensichtlich von der Ästhetik gleich klar ist, woher der Wind weht oder ob das halt so eine verstrahlt reinschauende, hübsche, freundlich wirkende Frau mit einem selbst gehägelten Schal ist oder so. Das ist ein ganz anderes, ganz anderes Darstellungsbild und du bist natürlich, wenn dir jemand bist, der diesen Szenen gegenüber skeptisch ist oder halt vorsichtig ist und die Codes kennt, bist du viel empfänglicher für jemanden, der halt nicht von vornherein gleich schreit, hallo, ich bin Faschist. Sauquärle im Endeffekt. Jetzt sind wir mit Corona schon fast in der Gegenwart angekommen. Ich würde gern von dir noch ein paar Worte hören zum Außenbild von Österreich jetzt so politisch ganz aktuell. Einfach Interesse halber, weil da kriege ich jetzt nicht mehr viel mit, wie die Außenwirkung ist, muss ich leider ehrlich sagen. Also ich glaube, momentan ist einfach so extrem viel auf ganz anderen Ebenen los, dass Österreich zumindest habe ich das Gefühl, wenn ich auf Deutschland schaue oder aufs UK schaue, dass es ein bisschen in den Hintergrund gerückt ist. Das war extrem anders zu der Zeit, wo der von mir sehr heiß geliebte Basti noch Kanzler gewesen ist, weil ich regelmäßig, der Kurz Kanzler, also zu den fünf, sechs Mal, wo das der Fall gewesen ist, weil ich halt stets und ständig, wenn ich mit irgendwelchen Leuten mich unterhalten habe in Deutschland und ich meine, ich rede ja normalerweise, wenn ich da daheim bin, kein Dialekt. Ich switche immer, wenn Leute im Raum sind, die Dialekt reden, rede ich halt Dialekt. Aber dann redest du mit den Leuten und sagst, ah, du bist Österreicherin? Mhm. Ach ja, also es ist ja so schön, also ich habe ja diesen tollen Kanzler, wenn wir auch so einen jungen, charismatischen Kanzler hätten, ich bin ja so neidisch. Was sollst du das sagen? Ich mache da Marschall dran, du kannst ihn haben, ich brauche ihn nicht. Das ist, die sind schwieriger so und du denkst so, die Leute, die Leute, ich weiß nicht, wie das funktioniert, dass Leute das nicht checken, was das für ein kompletter B****, den wir schon gewesen sind. Jetzt werde ich jetzt bestimmt gecancelt wegen mir, aber weißt du eh, das war halt so dieses, dieses jungen Adret, aber trotzdem irgendwie konservativ, das ist super gut angekommen und da haben halt leider überhaupt nicht... Ich werde gerne gecancelt. Das ist schön, das ist, das ist okay. Das ist jetzt eingepreist. Von der türkisen Welle überrollt, ich sehe es schon kommen. werden das erste Mal. Aber das ist irgendwie versteckt mich dann, mich findet keiner. Aber das ist halt das, das war halt wirklich, das war total faszinierend, weil da zeitlang, also so ein kleiner Teil zumindest so von in Deutschland das sehr positiv wahrgenommen hat und dann ist richtig losgegangen mit der FPÖ. Also mit der Angst und Bange um die letzte Bundespräsidentenwahl, wo wir alle gezittert haben. dann jetzt auch natürlich mit der letzten Nationalratswahl, wo dann der Andi kreist, Kuhn. Alarmoment, old. Das war mein Traum-Szenario, aber nah dran. Aber ja, warst du eh. Also es ist halt, die FPÖ wird halt extrem, extrem markt genommen und es ist halt immer ganz lustig zu sehen, weil viel hat man ja gesehen bei der Böhmermann-Folgen zum Beispiel, die diesen Österreich-Fokus gehabt haben, wo man halt a. versteht und Leute wie der Böhmermann haben das definitiv auch checkt und a. jetzt zum Beispiel der Inside Austria Podcast, das war eine ganz gute Empfehlung dafür, so eine Kollaboration vom Standard und dem Spiegel, der viel so österreichische Politik und halt Zeitgeschichte analysiert, wo man halt auch sieht, dass Österreich immer so ein bisschen so ein Labor für das ist, was als nächstes in Deutschland passiert. Das war die 30er auch schon mal so. Und da sieht man aber halt auch extrem, wie wichtig Marketing wieder ist. Weil dieses so sehr, so sehr ihn Basti nicht mag und nicht braucht, die Art und Weise, wie der umgegangen ist von der Marketing-Perspektive her mit dem, was der aus der FVP gemacht hat, war nicht deppert. Wenn du aus einer Partei eine Bewegung machst, wo du dann sagst, es ist jetzt nicht mehr so altbacken, wir sind jung und dynamisch und dieses neoliberal gecodete, jetzt vorwärts Start-up-Culture-Sprech, der da halt irgendwie reingekommen ist und dann halt auch dieses wir seien jetzt nicht mehr schwarz, wir seien türkis, jung, frisch, bla. Das hat zwei Jahre gedauert. Ich bin mit meinem Mann, der ist ja Tiroler, einmal in Frankfurt unterwegs gewesen zu der Zeit und habe gesagt, bin ich jetzt oder hat jetzt die CDU türkisfarbene Plakate? Das ist mir gar nicht aufgefallen. Ja, das wird mehr und mehr und jetzt auch gerade zu der letzten Wahl, wo dann Deutschland der Gottkaiser März beschert worden ist, da war im Endeffekt auch da, da war schon unten das CDU-Logo gehabt mit dem üblichen schwarz-rot-gold und dem weißen Kontrastband, da war der Hintergrund, weil die ganzen Schriftplakate war alles türkis. Die haben das eins zu eins übernommen, weil es halt einfach als Marketingsprache viel besser funktioniert. Du bist halt, Leute haben einfach einen großen Frust mit den Altparteien, so rot und schwarz ist beides scheiße, es ist mir eigentlich alles nimmer. Das sind so Erzählungen, die halt auch verfangen haben und wenn dann halt irgendwas kommt, was heißt, ich bin jetzt neu und frisch und ganz was anderes, dann kaufen die Leute. Aber es ist halt genau der gleiche Schmähner mit einer anderen Verpackung drauf. Weil du früher gesagt hast, Österreich ist sozusagen das Labor für alles, was dann in Deutschland und anderswo passiert. Manchmal sind Laborunfälle und es kommt was aus. Ich finde es insofern spannend, weil ja diese, also ich hing jetzt gerade in den 80ern historisch, wo, also Jörg Haider, der irgendwie natürlich jetzt, der Gott sei, bei uns aller Progressiven, schon damals war, aber halt irgendwie auf den sehr oft vergessen wird. Oh ja. Wenn es nämlich um, also nicht Kurz hat Kurz erfunden, sondern Jörg Haider hat Kurz erfunden und alles was macht. Ich nicke vehement, also die Kamera. Und das ist schon etwas, also wenn wir, wenn es um unsere Exportgüter geht, also ich sage jetzt ungern unsere, die österreichischen Exportgüter geht, ist ja da diese Form des Populismus und dieses neuen Rechten. Ich meine, Frankreich hat da auch einiges dazu getan, ideologisch, aber ich sage jetzt einmal, vom Marketing her ist ja eigentlich Jörg Haider noch immer der gewesen, der sozusagen das erfunden hat, das jetzt halt auch ein Friedrich Merz wieder, halt in anderer Form, aber im Wesentlichen der Neue aufgießt. Und ich glaube, dass das sowas ist, wenn wir von Marken reden und von öffentlichen Diskurs und auch von sozusagen politischen Marken, die dann auch ja von Medien als diese angenommen werden und auch dann regelmäßig aufs Kammer geklatscht werden, da hat Österreich im schlechtesten Sinne eigentlich eine komplette Vorreiterrolle eingenommen. Ja, also voll, finde ich. Also das ist, ja, sorry for this. No, das ist nicht sorry for this, es ist halt einfach akkurat. Aber es ist, also ich sage, ich entschuldige mich für Österreich dafür, dass wir der Welt sowas angesagt haben. Gut, was soll man tun? Das lässt sich nicht mehr in die Flasche zu. Ich mache jetzt einen sehr, sehr zynischen Witz, der auch immer sehr gut ankommt bei Deutschland. Das ist das Gleiche wie mit dem Hitler. Bei uns war der geschaltete Postkartenmaler. Ihr habt es nicht nehmen müssen. Man muss ja dem alles nachmachen, was er da bei der Nacht was buah macht. Also Zynismus, Zynismus oft für eine Sekunde. Das ist natürlich eigentlich alles nicht lustig. Aber was halt auch faszinierend an dem Ganzen ist, also auch, wenn man sich diese Form und Farbsprache anschaut, sowohl wie die FPÖ immer die blauen waren. Da gibt es natürlich auch noch diese ganze Kornblumen-Geschichte, was glaube ich viele Leute nicht bewusst ist, wie das so Symbolik funktioniert mit diesen Farben. Und die AfD, die ja jetzt auch blau ist. Das ist ja natürlich auch etwas, was vielen Leuten auch unbewusst visuell was signalisiert, wenn dann was, was ursprünglich noch mal immer die schwarze Partei gewesen ist, auf einmal Türkis ist. Ja, was ist denn Türkis? Eine etwas weniger konkrete Form von Blau. Und ich meine, das rückt das Ganze natürlich auch visuell-ästhetisch irgendwie in eine sehr große Nähe. Und das kommt halt nicht von ungefähr. Das ist halt ein bisschen das sliegere Image. Das ist auch etwas, was Konservative schon seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten durchspielen, dass man halt immer schaut, was am rechten Rand passiert und sich dann halt so nah an das annähert, wie es der vermeintliche Anstand gerade noch so zulässt. Was uns natürlich auch wie jegliche politikwissenschaftliche Forschung irgendwie zeigt, immer mehr und mehr in diverse Abgründe arrangiert. Aber das ist halt was, was man halt einfach einmal anerkennen muss, dass da das, was da visuell passiert, ist natürlich auch ideologisch passiert. Klar, der Graben war nie wirklich gigantisch groß, glaube ich. Also es hat schon Zeiten gegeben, wo halt zumindest mal in der Nachkriegszeit, glaube ich, doch auch bei vielen, bei sehr, sehr vielen Konservativen, ich meine, ich kenne viele Konservative, bei denen das heute noch so ist, die an hundertprozentigen Abkehr von Faschismus, fordern und die halt dann, die sich davon, also wirklich erklärt distanzieren. Aber so von der Art und Weise, wie die Parteiwerbung funktioniert, wie die Narrative funktionieren, die da bedient werden, wie Redner auftreten, sowohl jetzt von der ÖVP als auch von der CDU, CSU, da sieht man natürlich auch schon, wie die Ästhetik sich immer mehr und mehr annähert. Das kann man uns, glaube ich, nicht, kann man nicht beschreiten, dass das so ist. Also da hat der Heider ganze Arbeit geleistet, Wohlwahl. Im meisten Sinne des Wortes nachhaltig. Die schlechte Art von nachhaltig. Ja, ja. Ja, ich schaue ein bisschen auf die Uhr, ich meine, wir können nicht den Testen, wir machen einfach nur fünf Folgen mit dir. Genau. Ich sage nicht nach. Aber an dieser Stelle die Frage, die wir allen stellen, wann hast du dir das letzte Mal What the Fuck gedacht? Gerne auch im positiven Sinne, wenn du möchtest. Das habe ich mir im positiven Sinne, glaube ich, das letzte Mal im Juni gedacht, als wir beim WTF Festival waren, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Nein, aber das letzte Mal What the Fuck gedacht, habe ich mir ehrlich gesagt, gestern. Nach der Hacken, weil es einfach Leid gibt, die nie verstehen werden. Man kann es eigentlich belassen können, weil es einfach Leid gibt. Das ist eigentlich schon Grund genug. mir ist ein Herr im öffentlichen Transport ein bisschen sehr auf die Pelle gerückt und hat dann meine relativ deutliche Bewegung, dass er Felix seinen Haxen aus meinem Space rausnehmen soll, nicht so ganz realisiert. Das war sehr unangenehm. Ich war einfach am meisten, die ganze Zeit sagen, What the Fuck, wie kann man das nicht merken? Aber ja, gut. Humans, they do that with me. Das angenehme wird zum Sonntag. Ja, sorry, positiv habe ich nicht. Wir reden über Österreich. Soll ich was ausgraben, was positives What the Fuck ausgraben von vor drei Wochen, damit es ein gutes Ende nimmt? Sehr gern. Wir waren auf Urlaub im Salzkammergut und ich habe das gemacht, was ich immer mache, wenn ich irgendwo in einem Urlaub bin, wo ich alles vorhabe und beim Hova eine Großpackung Twinnie kaufe, weil What the Fuck, warum gibt es in Deutschland keine Twinnie? Gibt es nicht? Nein. Also Entschuldigung. Siehst du das? What the Fuck? Es ist ein kompletter Skandal. Es ist ein Skandal und jetzt habe ich bitte noch eine Folgefrage an euch beide. Welche Seite vom Twinnie? Grün. Grün. Orange. Sag. Ich habe den Twinnie-Skandal mit dem Off-Brand Spar-Twinnie, wo es die Einzigen kaufen lassen können, warum da Österreich so aufgebracht war. Nein, ich habe mal versucht, am Deutschen zu erklären, es hat nicht so gut funktioniert. Was war die Reaktion? Ja, aber das ist doch wurscht, wenn man das separat kaufen kann. Nein. Dieses Eis hat Generationen von Menschen traumatisiert, weil du immer das hast mitessen müssen, was du nicht mögen hast. Oder dir irgendwen suchen, der was es ist. Das kann jetzt nicht sein, dass die Leute einfach so einfach haben jetzt und sie das einfach kaufen können, wie sie es mögen. Es gibt zwei österreichische Heiligzimmer. Das eine ist die Neutralität und das andere ist das Twinnie. Nur zwei. Alles andere ist eine Lüge. Ja, wen auch immer ich das nächste Mal von euch sehe, mit dem teile ich mir ein Twinnie, nur dass das klar ist. Das machen wir. Man kann auch zwei Twinnie essen, da ist nicht so viel dran. Das stimmt. Und dann kriege ich zweimal die gute Hälfte. Exakt. Liebe Becks, wo findet man dich, wo kann man dich lesen? Hast du irgendwie eine Website, einen Blog, Buch hast du ja schon gesagt, das kommt alles in die Shownotes. Bist du irgendwie unterwegs, wo man dich treffen kann, Veranstaltungen etc. etc. Ihr könnt mir vor der Arbeit auflauern. Nein, ich bin so ein kleines bisschen. Shameless Self-Promotion. Genau. Es gibt nicht so super viel zu promoten. Ich mache halt auch so ein bisschen hier und da meine Späßchen. Ich habe ein paar Podcast-Projekte am Laufen, so Kleinigkeiten, die einfach auch wirklich noch Spaß machen. da gibt es einmal die deutsche-österreichische Connection, nämlich Grüß und Schmarrn. Das mache ich mit meinem Kumpel Pascal. Das findet ihr auf Spotify und dann mache ich mit Ruth Haberland zusammen so eine Kleinigkeit, wo ich über Bücher und Filme rede mit ihr oder beziehungsweise sie mit mir, weil sie nämlich eigentlich diejenige ist, die viel spannenderen Takes hat als ich. Das heißt gedruckt und gedreht. Und dann machen wir noch so einen Podcast mit vier Mädels zusammen, wo wir uns ein bisschen um Wissenschaftskommunikationen aus Frauenperspektive kümmern. Das ist Missunderstanding und die beiden Projekte findet ihr auf dem YouTube-Kanal von Ruth Haberland. Können wir ja dann in die Show Notes hauen. Genau. Super Geschichte. Ich rede viel und schreibe wenig. Für unser Projekt hier genau das Richtige, dass du das nicht schreibst. Das wäre jetzt unpraktisch gewesen. Und einen kleinen Plagg muss ich noch machen. in dem Wissen, dass ihr ja jetzt schon einen gewissen Wiener Physiker das ein oder andere Mal zu Gast gehabt habt. Also wenn man sich ein bisschen für Wissenschaftskommunikation und Skeptizismus interessiert, wenn man vielleicht ein bisschen ein Problem mit solchen Späßchen wie Corona-Leugnern und Rudolf Steiner hat, dann schaut gerne mal bei Skeptics vorbei. Die haben ein ganz tolles Blog. Da gibt es manchmal Leute, die über die Waldorfschule schreiben. Wir haben ein paar Tore in den und wieder einmal auftaucht und da schöne Sachen schreibt. Und ja, das ist eine super Geschichte. Der beste Verein ever bin und der Gegenwart, der beste Verein der Gegenwart. Immer. Genau. Gut. Dann, liebe Sarah, ich übergebe das Schlusswort an dich. Dann, liebe Becci, absolut herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mit uns zu reden. Es war mir ein Volksfest. Es war wunderbar. Und mir bleibt eigentlich nur noch, mich von unseren Hörenden zu verabschieden, von unseren Zuhörenden. Und wir hören uns das nächste Mal. Hinterlasst uns eine Bewertung. Gerne. Wir freuen uns über Feedback. Alles dazu findet ihr in den Show Notes. Tschüss. Ciao. Danke. Danke dir.