ÖsterreichWTF?!

Sarah Grundner/Kathrin Quatember

Folge 8: mit Sarah Höfler

Die Natur diskutiert nicht: von der Klimakatastrophe und vom Versuch sie abzuwenden

26.03.2025 59 min

Zusammenfassung & Show Notes

Zu Gast bei uns: die Expertin in Sachen Gewässerökologie Sarah Höfler. Wir sprechen mit ihr über ihr Engagement als Rettungssanitäterin in Oberösterreich, die Klimakatastrophe, Renaturierungsprojekte und was uns Gatsch aka Sedimente so alles verrät.

Zu Sarah:
Sarah ist Gewässerökologin in Oberösterreich 
Ihre Webseite: https://www.blattfisch.at/
Blue sky: @aquageo.bsky.social
Instagram: @sarah_aquageo


Wir sind Kathrin und Sarah und unterhalten uns mit Menschen, die ihr aus völlig anderen Zusammenhängen kennt über außergewöhnliche Dinge, die ihr bisher nicht wusstet.
Ihr könnt uns gerne schreiben! Egal ob per Mail oder auf Social Media.

Mail: kontakt@österreich.wtf
Instagram: oesterreich_wtf
Bluesky: @oesterreichWTF.bsky.social
Webseite: www.österreich.wtf

Instagram
Kathrin:@kat.quat
Sarah: @veelana.exwaldi

Bluesky
Sarah: @veelana.bsky.social
Quati: @katquat.bsky.social

Danke für eure Bewertungen bei Apple oder Spotify.

Transkript

Hallo, wir sind Kathrin, die meisten kennen mich unter dem Spitznamen Quati und Sarah mit Österreich, WTF. Wir stellen unseren Gästen die Fragen, die ihnen sonst keiner stellt und erfahren so sehr viele Dinge, von denen wir absolut keine Ahnung hatten, dass wir sie über unsere Gäste ganz dringend wissen wollen. Wir haben natürlich einen Fahrplan für unseren Podcast. Wir steigen ein mit der Frage nach der nicht offensichtlichen Expertise, den geheimen Leidenschaften und Hobbys der österreichischen und deutschen Prominenz an gescheiten und interessanten Menschen, für die sie eher nicht so bekannt sind. Heute ist bei uns Sarah Höfler zu Gast. Sarah, du bist Gewässerökologin mit Schiffsführer-Patent, die fürs Rote Kreuz gefahren ist. Ja, das kann man so sagen. Ja, das kann man so sagen. Genau. Ja, dankeschön, dass ich da sein darf und ich freue mich schon. Also ich meine, Schiffsführer-Innenportent, Rotes Kreuz und Gewässerökologin, die Kombi ist ja wirklich steil. Also hat schon irgendwie, ich denke, man kann eine Verbindung finden. Aber zum Roten Kreuz gleich die Frage. Du bist ja in Oberösterreich, also du bist ja Oberösterreicherin, das finde ich sehr großartig. Ich bin heute wieder von Oberösterreicherinnen umgeben. Die poschen alle ab nach Wien oder fahren dann Rettung in Oberösterreich. Du hast es 20 Jahre lang gemacht als Rettungssanitäterin, nehmen wir an. Ja, genau. Also ich habe das 20 Jahre lang gemacht. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Jetzt ist gerade Pause, weil ich eben einen kleinen Sohn bekommen habe. Aber ja, ich finde es, wie soll ich sagen, es holt einen ein bisschen runter. Es ist eine Tätigkeit, wo man wirklich sehr bäßig Sachen macht und auch ein bisschen wieder das Gefühl kriegt, was ist wichtig. Und auch ein bisschen, wie kann man zusammenarbeiten. Vielleicht auch mit Leuten, mit denen man sonst normal nicht zusammenkommt. Ja, also von dem her hat es mir immer sehr viel Spaß gemacht. Und mal schauen, wie es weitergeht. Aber ich habe es jetzt lange, lange Jahre gemacht. Und du hast eben mit der Vorbesprechung verraten, dass du in Gallen-Neukirchen oder wie die Oberösterreicherinnen und Gole gefahren bist. Und ich habe mir dann gleich, also wie ich das erfahren habe, dass du bei der Rettung warst, und dann habe ich mir dann gedacht, okay, Oberösterreicher Rettung fahren. Was waren so die Einsätze, die da in Erinnerung blieben sind? Also die schrägsten Sachen, sage ich jetzt einmal. Aber es kommt anders runter. Gut, wir haben eine Disco im Einzugsgebiet. Das reicht meistens eh schon am Wochenende. Und sonst sind es diese Dienste an Halloween oder an Silvester und so Geschichten, wo halt dann schon skurrile Dinge auch passieren. Genau. Aber sonst ist es sehr viel Standard natürlich. Also viel ins Altersheim gefahren, Dialyse-Pforten und so Geschichten. Und dazwischen passieren halt wieder irgendwie schon auch skurrile Dinge. Und natürlich auch Dinge, die einen auch beschäftigen. Und ja, wo man ein bisschen merkt, okay, es ist nicht, also wie soll ich sagen, es ist nicht alles selbstverständlich. Und man soll sich um seine Mitmenschen kümmern. Und genau. Also wie gesagt, ich habe es immer sehr wertvoll gefunden. Auch grundsätzlich einfach dieses Engagement in einer lokalen Gemeinschaft. Ja, also jetzt ist irgendwie jeder immer so im Internet. Und das ist alles in so Bubbles organisiert. Und da ist man halt wirklich mit den Leuten, die rundherum wohnen. Und man fährt halt auch mit total verschiedenen Leuten. Und das habe ich auch immer total wertvoll gefunden. Genau. Also da sitzt man einmal neben einem Richter vom Landesgericht und am nächsten Tag halt irgendwie Elektrikerlehrling. Also das ist halt, genau, das ist irgendwie, das ist super, finde ich. Und wie muss man sich das vorstellen? Ist das dann so quasi geblockte Dienste am Wochenende? Macht man sich das aus? Wie viel ist man da unterwegs? Kann man sich das aussuchen? Gibt es da irgendwie Vorgaben? Naja, es gibt schon Vorgaben. Also man muss eben seine Stunden erfüllen. Das habe ich eben die letzten Jahre jetzt oder Jahre, die letzten eineinhalb, zwei Jahre nicht geschafft, weil ich eben jetzt einen kleinen Sohn habe. Aber da gibt es diese 144 Stunden, die man im Jahr mindestens fahren muss. Und auch gewisse Ausbildungsstunden, die man jedes Jahr machen muss. Und dann kann man sich das einteilen. Also genau, dann macht man halt Nachtdienste, Wochenenddienste. Normal sind es halt zwölf Stunden Schichten, genau. Und es ist halt einfach auch was anderes wie das Berufliche. Von dem her war es auch immer super für mich. Das Ausgleich einfach. Das ist ja bemerkenswert. Also bei mir, ich denke mir, ich tue halt Playstation spielen zum Ausgleich. Wenn man sich denkt, Ausgleich, dann denkt man so irgendwie Fitnessstudio oder Laufen. Das habe ich ab und zu probiert, aber das hat nie so lange angehalten. Das ist ja dann auch im Vergleich wahrscheinlich, oder? Ja, und Computer spielen. Ich glaube, das letzte Mal, wo ich Computer gespielt habe, war irgendwie so Tetris. Ich habe keine Ahnung, vermutlich 20 Jahre. Du siehst das als Hobby, aber man geht ja trotzdem eine große Verpflichtung ein. Also man kann ja dann nicht sagen, so wie beim Fitnessstudio, das cancel ich jetzt heute. Sondern es ist eine Verpflichtung. Natürlich ist es eine. Und ich finde es großartig, alle, die das machen und auch viele Stunden machen. Und die das auch irgendwie eben sehr lang betreiben. Und jetzt, ich merke es jetzt mit Familie zum Beispiel, ist es schwierig. Also das wirklich unter den Hut zu bringen, das ist Herausforderung. Da hat man dann einfach auch, da setzt man dann halt auch andere Prioritäten. Aber gerade, ich denke, die, die Zivildienst machen oder freiwilliges Soziales Jans und dann noch dabei bleiben, das ist schon. Also ja, viele soziale Dinge würden so nicht funktionieren ohne Ehrenamt. Also das muss man auch ganz klar sagen. In Österreich ist das so. Kann man jetzt auch darüber diskutieren, müssten wir uns das leisten quasi. Aber es ist halt so. Und ich glaube auch, dass die Gesellschaft insgesamt davon profitiert. Ja, wie gesagt, jetzt geht es sich eh nicht mehr so aus. Jetzt bin ich halt mehr zu Hause, beschäftige mich da mit den Dingen. Nicht ein bisschen heimwerken, ein bisschen im Garten arbeiten. Und das sind jetzt eher die Hobbys, die ich jetzt in letzter Zeit quasi betrieben habe. Aber das ist halt so. Genau. Wobei du ja, also nicht nur sozusagen als Hobby, dich mit Wald und Wiese und Garten beschäftigst, sondern ja auch beruflich. Wie wird man Gewässerökologin? Beziehungsweise wie kommt man da überhaupt drauf, das zu studieren, sich damit zu befassen? Was ist so das Faszinierende daran? Ja, also bei mir war das eigentlich irgendwie Zufall, wie das dann nicht weggefunden hat. Ich war immer schon biologisch sehr interessiert. Und mein Biologielehrer damals in der Schule, der Herr Professor Oberreiter, leider nicht mehr unter uns, aber wirklich, der hat mich sehr geprägt. Und ja, der hat gesagt, schau dir doch die Boku an, weil halt irgendwie nur Biologie so studieren, war dann irgendwie, ich habe mir gedacht, mir wäre es recht, wenn es ein wenig angewandt wäre und so. Genau, und dann habe ich mir das angeschaut und bin dann dort auch quasi, mich hat es dann dorthin verschlagen. Und ich habe dann auf der Boku Landschaftsplanung studiert, ein bisschen mit dem Schwerpunktgewässer. Genau, und habe dann in einem Ingenieurbüro angefangen und bin halt seither Gewässerplanerin, Gewässerökologin. Aber wir machen diverse Dinge, ja, also verschiedenste Studien oder eben Renaturierungsplanungen, Fischaufstiege, Umweltverträglichkeitsprüfungen, alles, was im Groben so mit Gewässern zu tun hat. Genau, das ist irgendwie so mein Metier. Ich finde das ja irrsinnig spannend, denn ich bin ja auch, ich habe auch Biologie studiert, aber ich bin nie auf die Idee gekommen, dass man danach in einem Ingenieurbüro arbeitet, wenn man Biologie studiert. Also diesen Connect habe ich einfach nie gemacht. Ich habe es immer ganz faszinierend gefunden, wie groß der Unterschied ist zwischen den verschiedenen BiologiestudentInnen, also von den Ökologen über die Genetiker bis hin zu den, naja, eigentlich den Molekularbiologen, sehr ganz wüste Mischung. Aber ja, Gewässerökologie war jetzt irgendwie so auch nicht so wirklich am Studienplan bei mir, muss ich sagen, also nicht viel zumindest. Magst du uns etwas erzählen? Was macht man da? Ja, also nur kurz vielleicht da. Was ist Gewässerplanung eigentlich? Ja, kurz eben auch auf der BOKU, wenn man Landschaftsplanung studiert, kann man alles Mögliche werden. Also da gibt es welche, die machen Landschaftsarchitektur, tun dann irgendwie große Grünanlagen planen. Und dann gibt es welche, die machen Raumplanung. Dann gibt es welche, die... Also da kann man sich auch verschieden vertiefen. Und ich sage immer irgendwie so, man kriegt halt eine Basis in einem Studium. Aber wenn man rausgeht, hat man in Wirklichkeit eh keine Ahnung. Ja, also keine Ahnung, vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber dass man dann in die Tiefe irgendwie geht, das passiert halt nachher. Und das hat sich dann auch so ergeben in gewisser Weise. Ich habe schon danach gesucht, weil mich einfach Gewässer und Flüsse halt immer interessiert haben. Ja, aber genau. Also Ingenieurbüros im Prinzip arbeiten halt verschiedenen anderen Auftraggebern zu. Also das kann das Land sein, das kann ein Ministerium sein, das kann aber auch jetzt irgendwelche E-Wirtschaftsunternehmen zum Beispiel sein, die halt irgendwas planen und da auch eine Begleitplanung brauchen. Man kann mit anderen Ingenieurbüros, die zum Beispiel Hochwasserschutzprojekte planen, die brauchen meistens auch eine ökologische Begleitplanung. Und das sind halt so Dinge, die man da tut. Ich beschäftige mich halt jetzt sehr intensiv auch mit dem Thema Sediment. Das klingt jetzt irgendwie mit dem steinenden Sand und dem Gatsch. Aber das ist sehr wichtig, weil halt eben die ganzen Lebewesen davon abhängen im Gewässer und wir da sehr viele Probleme auch sehen, die irgendwie so im Gesamtkontext der globalen Probleme da gut reinpassen. Ja, und das ist also ein bisschen mein Steckenpferd. Und ich mache halt auch noch viel GIS, also Geoinformationssysteme. Das heißt so Datverschneidungen, digitale Höhenmodelle. Man schaut, wie das Wasser anwirkt, welche Nutzungen sind in einem Gebiet, wie wirkt sich das aus aufs Gewässer. Also solche Dinge sind auch Felder, wo ich mich halt dann beschäftige. Ich finde das super, super spannend. Ich glaube aber, dass vielleicht noch so ein bisschen ein Überblick cool wäre, weil ich sage es jetzt glaube ich das dritte Mal, aber ich würde urgern in Richtung Renaturierungsprojekte gehen. Ich würde urgern mehr dafür überfahren. Aber vielleicht sollten wir dazu erstmal abklären, warum man das eigentlich überhaupt macht, wofür man das braucht. Weil jetzt haben wir ja bitteschön viel Zeit darauf verwendet, dass die Flüsse so fließen, wie wir sie haben wollen. Und jetzt wollen wir es auf einmal wieder ganz anders. Ja, also was heißt viel Zeit. Jetzt in geologischen Zeiteinheiten war es überhaupt nicht viel Zeit, sondern es waren in Wirklichkeit, sage ich jetzt mal 50, 60 Jahre, wo wir uns irgendwie überlegt haben, wie es schlau wäre, dass die Gewässer fließen. Und die Idee war halt einfach so schnell wie möglich raus mit dem Wasser aus der Landschaft, sage ich jetzt einmal. Ja, also es wurde begradigt. Es wurde eingetieft. Es wurde verbaut. Es war auch quasi das Motto, wir schaffen uns ein zehntes Bundesland. Das war quasi nach dem Zweiten Weltkrieg die Devise. Und da wurde auch viel quasi Land gewonnen für die landwirtschaftliche Produktion. Das heißt, der Fluss wurde reguliert und die Flächen sind sofort den Landwirten zugeschlagen worden, damit die dort eben produzieren können. Was aus Sicht der damaligen Zeit total logisch ist, aber natürlich jetzt mit Problemen behaftet ist. Und wir sehen halt jetzt die Auswirkungen. Das eine sind biologische Themen. Also die Ökologie leidet natürlich darunter. Das sieht man global. Süßwasser, Ökologie ist eins der, also die Fauna quasi ist eine der bedrohtesten von allen. Und wir haben da Rückgänge von, ich glaube, 75 Prozent seit 1970. Genau. Wir sehen aber auch in Österreich die Defizite. Das heißt, wir haben ja einen gewissen Zustand, den wir erreichen sollten. Den guten ökologischen Zustand, das sagt uns die Wasserrahmenrichtlinie. Den erreichen in Österreich derzeit 40 Prozent der Gewässer. Also die haben einen sehr guten oder guten Zustand. Alle anderen haben eine Zielverfehlung. Das heißt, da leben nicht die Tiere drin, die da drinnen leben sollten, in nicht der Menge, wie sie da drinnen leben sollten. Und das sind natürlich gute Gründe. Wir haben aber auch, die Gewässer haben natürlich auch Ökosystemleiterungen. Eben Leistungen für den Menschen. Das heißt, wir sehen auch da Defizite. Beispielsweise die Gewässer tiefen sie ein. Und was geht mit? Das ist der Grundwasserspiegel im Umland. Das sind so Themen, die natürlich auch den Menschen dann wieder betreffen, wo man sagt, okay, wie kann man das jetzt hin, dass man das Gewässer wieder so stabilisiert, dass eben nicht sie es immer weiter eingrabt und das nur mehr ein großer Kanal ist. Genau. Also das sind so Gründe, warum man renaturieren sollte. Und was man natürlich auch sagen muss, Renaturierungen, also die ersten, die da sind, sind die Menschen. Das heißt, das hat einen Erholungswert an Freizeitqualität. Und das sieht man bei jeder Renaturierung. Sobald das abgeschlossen ist, sind die Leute da. Sie können endlich wieder mal zum Fluss runter. Weil oft ist das einfach durch diese Regulierungen nicht möglich. Genau. Also es gibt viele, viele gute Gründe, warum wir renaturieren sollen. Und dann gibt es natürlich rechtliche Vorgaben auch, die uns sagen, dass wir das zu tun haben. Und was ist mit dem Hochwasserschutz? Total wichtig. Also gerade dieses ganze Thema Rückhalt in der Landschaft. Also sowohl in den Einzugsgebieten, also quasi in den Gebieten, wo das Wasser dann in das Gewässer fließt, wie auch im Umland von den Flüssen. Wir haben die ganzen Retentionsräume abgeschnitten durch Dämme und eben durch die Eintiefung der Gewässer. Das heißt, die gehen nur sehr, sehr selten über. Aber natürlich, irgendwo gibt es halt dann einen Schwachpunkt. Und wenn es dann dort übergeht, ist es halt umso schlimmer. Das heißt, dieses ganze Thema Rückhalt in der Landschaft ist ein großes. Und das wird uns auch noch viel stärker treffen, weil einfach klar ist, dass mit der Klimakrise, wobei es ja nicht eine Klimakrise ist, sondern eine menschengemachte Krise quasi. Also mit dieser Krise wird es so werden, dass immer mehr Starkregenereignisse, auch mehr Trockenperioden, auch da werden wir es brauchen, dass das Wasser in der Landschaft bleibt. Das werden wir alles haben. Und das ist jetzt schon abgebohrt. Magst du ganz kurz noch erklären, was ein Retentionsraum ist? Weil ich glaube, das werden nicht alle Zuhörenden wissen. Ja, also im Prinzip ist das einfach, sage ich jetzt einmal, da, wo das Wasser, wenn es Hochwasser gibt, halt übergeht und übergehen kann und dort sie dann in der Fläche ausbreiten kann und dort dann verbleibt, bis halt die Hochwasserwelle abfließt. Es hilft uns vor allem eben, um die Hochwasserspitze zu kappen. Und das ist das, was man braucht im Hochwasserschutz, dass es eben nicht zu dieser kritischen Situation kommt, wo es dann irgendwo übergeht. Ich kann mich erinnern, ich komme ursprünglich aus Ebensee, also am Traunsee, beziehungsweise an der Traun. Und ich glaube, das war das Hochwasser 2012, glaube ich, war das, oder 2013? Nein, ich glaube 2012. Wo das ja, wo ein Bach, also das ist, wenn es trocken ist, das tut ein Pächlein. Das ist ja teilweise im Sommer so trocken, dass da nicht einmal Wasser drin ist. Ich kann mich erinnern, das hat es verklaust, also einfach durch angeschwemmte Baumstämme, whatever. Und dann ist die Gaude in die Seiten ausgefahren und ein ganzer Ortsteil ist unter Wasser gestanden. Und es ist auch seitdem, also ich habe einige Jahre dann sozusagen in meiner Heimatgemeinde wieder gewohnt, und da war es regelmäßig so, dass dann eben Häuser unter Wasser gestanden sind, und wo man dann irgendwie gesehen hat, okay, da hat es ja auch ganz viel mit Widmungen. Also sozusagen, wenn es dann heißt, in der Roten Zone gebaut, hast du mit diesen Dingen auch zu tun? Also eben, wenn es um Renaturierung geht, wie muss man sich das konkret vorstellen, wenn man sagt, okay, man hat jetzt da irgendwie einen begradigten, einbetonierten Lauf, Flusslauf, Bachlauf, was auch immer. Was sind so die Schritte, dass man sozusagen dann sagt, okay, jetzt kann man vor einem Renaturierungsprojekt sprechen. Also was braucht man da jetzt als möglichst runtergebrochen eben, oder geht das überhaupt zum Einfacher erklären? Ich frage einmal so. Ja, ich fange mal da an. Also weil du gerade gesagt hast, in Abschnitten, wo halt wirklich Gebäude gefährdet sind oder Hochwasserschutz ein Thema ist, da wird man nicht groß renaturieren können. Also es gibt da ganz klare Prioritäten. Gerade im Siedlungsraum ist klar, Wasserabfuhr und Sicherheit ist das bestimmende Thema. Und da gibt es zwar manchmal dann die Begehrlichkeit, dass man es dort natürlich hübsch auch haben will im Dorf, aber da ist klar der Fokus auf dem Hochwasserschutz. Und das ist auch in Ordnung und das wird sich nicht ändern. Aber wie du sagst, das ist natürlich auch in den letzten 50, 60 Jahren passiert. Weil davor, wenn man schaut, wo wirklich die uralten Häusern stehen, sind die meistens nicht ganz nah beim Fluss, außer es sind Mühlen jetzt gewesen. Und selbst die sind oft an so Punkten, wo es nicht übergeht. Also man hat sich da früher viel mehr Gedanken gemacht. Und jetzt war halt dann, okay, wir sind technisch in der Lage, die Gewässer zu regulieren und dann bauen wir auch bis zum Gewässer. Und das ist halt, das ist das, was jetzt halt die großen Schäden verursacht. Weil der Schaden entsteht ja nicht durchs Hochwasser, sondern der Schaden entsteht, weil da was steht, was dann kaputt ist. Und das sind die großen Schadenspotenziale, die da entstanden sind. Aber vielleicht zur Renaturierung. Das heißt, Renaturierung passiert eher dann außerhalb. Und man muss ganz klar sagen, dass das große Thema immer ist, die Fläche zu bekommen. Weil ich vorher gesagt habe, eben, es sind diese Regulierungen gemacht worden und die Flächen sind sofort den Landwirten, Landwirtinnen zugeschlagen worden. Und deswegen ist da nicht viel. Das heißt, das sogenannte öffentliche Wassergut ist sehr schmal meistens und es ist kein Platz da zum Renaturieren. Das heißt, man muss wirklich schauen, wo gibt es Flächen, genau, wo kann man da ansetzen. Andererseits gibt es natürlich Vorgaben, wo zu renaturieren ist, wo wir eben keinen guten Zustand haben. Aber das spießt sich halt oft. Es gibt doch für die Renaturierung keine Enteignung, weil das immer wieder Thema ist. Das ist dann ein Diskussionsprozess in Wirklichkeit, ob man da Flächen kriegt oder nicht. Wenn man das mit dem Hochwasserschutz kombiniert und so Sachen, dann ist das möglich. In anderen Bereichen ist es halt wirklich schwierig. Also ich habe jetzt an der Traun gearbeitet, dass einmal im oberösterreichischen Zentralraum dort Flächen zu bekommen ist schier, ich würde sagen unmöglich, aber es ist schwierig. Ja, und dann wollen wir weiterreden, wie dann die Renaturierung geht, oder? Ja, unbedingt, aber ich wollte dich auch noch fragen. Es gibt ja auch jetzt Flächen, die eigentlich überflutet gehören, aber im Moment nicht überflutet sind, weil so Auwälder und dergleichen gehen uns ja einfach auch als Landschaft kaputt und gehen uns verloren. Das ist ja auch eigentlich ewig schade drum. Und die sind jetzt nicht unbedingt landschaftlich gewidmet. Kann man da was machen vielleicht? Also nicht unbedingt als Landwirtschaft. Ja, ja, das ist richtig. Also ja, ist schwierig, aber selbst da muss ich sagen, an der Traun sind es auch lauter Auwaldflächen gewesen, selbst die kriegt man nicht. Aber ich verstehe es auch irgendwo, wenn ich einen Wald besitze und das Geld jetzt nicht unbedingt brauche, weil es werden einfach normale Preise gezahlt, was auch logisch ist, weil man will irgendwie keine parallele Überbezahlung machen, damit da irgendwie ein Markt entsteht, sondern es werden normale Preise gezahlt. Und wenn ich das Geld jetzt nicht brauche, dann natürlich, warum soll ich dann das Stickel Wald hergeben? Also das ist halt schwierig. Aber du hast vollkommen recht. Und man sieht auch, dass da sehr große Schäden sind und dass diese Wälder auch so nicht mehr zu halten sind. An der Donau zum Beispiel, wo die großen Wasserkraftwerke sind, da ist ja quasi oben der Oberwasserspiegel gehalten und es gibt dann Spundwände. Das heißt, der Wasserkörper von der Au wird irgendwie vom Hauptgewässer getrennt. Und sobald in der Au, da hat man quasi oben einen Auboden und drunter hat man meistens eine Schotterauflage. Und sobald der Wasserstand dann unter diesem Bodenhorizont fällt und immer in diesem Schotter bleibt, habe ich natürlich keine Kapillarwirkung mehr. Und oben ist es sehr, sehr trocken. Und man sieht es dann eben, diese ehemaligen Auwälder brechen zusammen. Wir haben dann auch noch andere Themen, Eschentrieb, Sterben und solche Geschichten. Man kennt das. Aber eben diese Wälder sind nicht mehr das, was sie waren. Und ja, das ist auch sehr bitter. Das heißt, es ist auch nicht möglich, dass die wieder zurückkommen. Oder dass wir die irgendwie, also wenn sie einmal kaputt sind, dann sind sie kaputt. Naja, wobei man muss dazu sagen, also man kann sie wieder herholen. Das hat meistens nur mit der Hydrologie, also mit der Grundwasserhydrologie zu tun. Was man sagen muss, die Gewässerlebensräume an sich sind extrem resilient. Also wenn man denen wieder Platz gibt, wenn man da Möglichkeiten schafft und die Bedingungen, also die Prozesse quasi wieder so herstellt, wie sie sein sollten, dass da eben eine regelmäßige Überflutung ist, dann geht das eigentlich ziemlich schnell. Also das sind sehr schnelllebige Lebensräume. Das ist jetzt nicht wie ein tausendjähriger Eikenwald, sondern eigentlich sind das sehr dynamische Systeme, also Gewässerökosysteme. Und man sieht es also bei Renaturierungen, da ist sehr schnell sehr viel wieder da. Oder die Fische explodieren dann kurzfristig einmal, weil einfach plötzlich wieder das Potenzial da ist. Das ist doch richtig gut zu hören, dass es Dinge gibt, die man wieder herstellen kann. Ich finde das gerade richtig toll. Also das heißt, wenn ich jetzt schaue, dass ich in einen Fluss laufe, ich kriege den Platz, alle stimmen zu und das wird wieder renaturiert. Und dann kommen die Pflanzen und Tiere zurück, wo sie ihren Lebensraum finden. Einfach so? Ja, also vieles ja. Wobei man muss dazu sagen, also wir müssen natürlich Abstriche machen. Wir haben nicht mehr die Rahmenbedingungen wie damals. Wir haben so viel verändert. Wir haben eine geänderte Wassertemperatur. Wir haben geänderte Wasserregime. Also es kommt anderes Wasser quasi daher. Wir haben eine andere Dynamik. Wir haben Themen wie Neozon, Neophyten. Also Pflanzen und Tiere, die von woanders halt zugewandert sind. Und die können zum Beispiel sehr stark sich dann ausbreiten. Also man braucht oft aber so Maßnahmen. Wirklich muss man sich im Management überlegen, wie gehe ich mit diesen Neophyten um? Weil sonst habe ich halt nachher eine, ja man kennt das Springkraut oder die Goldrute. Dann habe ich halt quasi eine Hölle aus Goldrute. Aber sonst wächst nicht mehr viel. Oder der Staudenknöterich ist wirklich ein schlimmes Beispiel. Es gibt Abschnitte an der Trau zum Beispiel. Da ist alles nur mehr staubenknöterich und es kommen gar keine Bäume mehr durch, weil der so dicht ist und so dicht zumacht, dass die nicht mehr aufkommen können. Und da muss ich mir was überlegen, weil das wird sich nicht von selber einregulieren. Ich kann natürlich sagen, okay, das ist jetzt der Gang der Dinge und es ist halt so. Aber ja, das ist auch ein bisschen schwierig. Also ein schwieriges Thema. Natürlich haben wir die Rahmenbedingungen verändert. Also es ist halt zum Beispiel so, man kann auch nicht mehr, dass man wirklich die Urlandschaften von Flüssen wiederherstellt. Das ist teilweise unrealistisch. Also gerade diese Systeme, wir nennen das Fulkieren, also was man so kennt, wo halt große Schotterinseln sind, der Fluss ist dazwischen. Es gibt dann immer wieder so Weidenstandorte, wie man das halt von großen alpine Flüsse kennt. Eigentlich wäre die Traun auch so, wo die Alpen dazukommen, dann wäre die Traun auch so. Oder andere Voralpenflüsse auch in Niederösterreich. Nur da haben wir das Geschiebe nicht dazu. Also das Sediment kommt nicht mehr so daher, wie es damals gewesen ist. Und eben es sind einfach auch andere Rahmenbedingungen. Da muss man halt schauen, dass man Prozesse wiederherstellt, die einfach bestmöglich für die Fauna und Flora wirken. Genau. Aber man braucht nicht glauben, dass das wieder eins zu eins alles so wird. Ich kann mich aus der Uni noch an die Definition der Deophyten erinnern. Und ich wollte es unbedingt loswerden, weil das mal wieder ein Stückchen Stoff ist, an das ich mich erinnern konnte. Das ist nämlich jede Pflanze, die nach Kolumbus zu uns gekommen ist. Ja. Und die Sarah liegt mit den Bratnotüten. Also es gibt auch vorher schon Kulturpflanzen. Das ist sehr spannend, auch wie sich die Kulturlandschaft schon vorher entwickelt hat oder wie Flüsse überformt worden sind. Also gerade, weil ich mich ja mit dem Thema Bodenerosion und Feinsedimente in Gewässern sehr intensiv beschäftige, ist das ein spannendes Thema. Weil auch im 14. und im 18. Jahrhundert zum Beispiel hat es Phasen gegeben, wo wir so intensiv die Kulturlandschaft genutzt haben, dass man das in der Bodenerosion sieht. Also da hat es Phasen mit großer Bodenerosion gegeben. Das heißt, diese ganze Kulturlandschaftsentwicklung, auch mit eben diesen Pflanzen, die damals hergebracht wurden, das unterschätzt man eigentlich, wie man auch damals schon eingegriffen hat. Also es ist nicht so, wie man vorher gesagt hat, es waren nur die letzten 60 Jahre. Es gibt auch Flussregulierungen zum Beispiel, gerade weil wir vor der Salzkammergut gesagt haben, die wesentlich älter sind. Also gerade für die Holzbringung sind Gewässer schon sehr früh, sage ich mal, reguliert worden, die Steine rausgenommen worden. Das fällt einem heute gar nicht mehr auf. Aber es gibt gerade im Salzkammergut sehr viele Anlagen, auch für diese Holzflößerei. Und die Traun, super Beispiel, Salztransport seit, keine Ahnung, 600 Jahren oder so, auch sehr intensiv genutzt eigentlich. Generell ist das ein bisschen so das Thema auch. Also wir haben ein bisschen vergessen, wie unsere Gewässer auch aussehen sollten oder wie das ausschauen kann. Also viele Leute können sich das auch nicht vorstellen. Das ist auch eine wichtige Diskussion in den Projekten, weil die Leute einfach keine Vorstellung haben. Und darin ist halt dieser Kanal quasi seit Jahr und Tag beim Haus vorbei, wie das einmal ausgeschaut hat oder warum man da jetzt irgendwo zurück muss. Das ist halt oft ein bisschen schwierig auch zu vermitteln. Ich habe ja den Eindruck, das merkt man in der Diskussion in der Öffentlichen, das ist irgendwie, solange es einen Server nicht betrifft, denkt man sich irgendwie, wow, menschengemachter Klimawandel, doch mir wurscht, bis dann die Bude irgendwie zwei Meter unter Wasser steht. Das ist nämlich eh was, was bei mir irgendwie nur im Hinterkopf aufgetaucht ist, nachdem du ja Oberösterreich gut kennst. Ist Oberösterreich so ein Hotspot oder, also weil gerade wir haben, glaube ich, die Hochwässer noch vom letzten, vergangenen Jahr irgendwie so im Hinterkopf. Ist das so ein Hotspot oder ist das was, was eigentlich flächig, was konkret Österreich jetzt betrifft, über kurz oder lang jeden von uns irgendwann einmal betreffen wird? Naja, es ist eigentlich ein generelles Thema in Österreich. Also gerade die Flusstäler sind intensivst genutzt. Also ist auch ein alpines Thema, weil natürlich die einzig ebenen Flächen sind die Fluss, also die Flussauen, die Flusstäler. Insofern sind wir damit alle verknüpft in gewisser Weise. Ja, der eine mehr oder der andere weniger. Das Risiko ist natürlich lokal sehr unterschiedlicher als für Hochwasser. Aber zum Beispiel auch das Thema Hangwasser ist jetzt immer größer geworden in den letzten Jahren, wo einfach wirklich große Abschwemmungen einfach vom Hang hinterm Haus passieren. Ja, gerade wenn dort jetzt der Maisocker ist oder Rurben angebaut sind, da sind teilweise auch erhebliche Schäden entstanden, einfach durch diese Starkregenereignisse. Und das ist irgendwie überhaupt nicht im Bewusstsein, weil man gewöhnt sich irgendwie so schnell dran. Wenn man sich überlegt, wie vor 10, 20 Jahren Winter ausschaut, weil wie er jetzt ausschaut, das geht rapide. Und es ist wirklich so, don't look up. Also die Leute sind so, ich weiß es nicht, man gewöhnt sich dran. Und man hat sich auch daran gewöhnt, wie die Flüsse ausschauen. Und das geht sehr, sehr schnell. Ich meine, ich finde halt dann immer tröstlich, oder wie soll ich sagen, alles, was wir da diskutieren als Menschen, jetzt ist es irgendwie so ein bisschen lustig. Auch weil die Natur, der Rest ist ein bisschen wurfst. Ich glaube, das habt ihr auch in der letzten Folge mit Niki Kowal diskutiert. Ja, die ist nicht zu Diskussionen bereit. Schon Johann Wolfgang Goethe hat gesagt, die Natur hat immer recht. Ja, habt sie. Also es gibt keine Diskussion und wir können es nicht verleugnen. Natürlich kann man es quasi, die einen glauben, sie können es abwählen, die Probleme. Die Nächsten halt ignorieren. Das wird nicht funktionieren. Und eben es sind einfach physikalische Gesetze. Das Hydroklima ändert sich. Das heißt, die Atmosphäre, da gibt es die Definition von dem atmosphärischen Schwamm. Mit jedem Grad wärmer wird es quasi um sieben Prozent mehr Wasser in der Atmosphäre gespeichert. Und das ist halt, wir sind jetzt in Österreich bei 2,9 Grad und global jetzt bei 1,5 oder 1,7. Und das steigt ja dann natürlich exponentiell an, weil es ja immer dann wieder mehr und mehr wird. Und das führt dazu, dass da einfach sehr große Kräfte im Spiel sind und viel Wassermasse. Und Verdunstung ist zum Beispiel ein riesiges Thema. Die Leute haben immer nur das Gefühl, Klimawandel ist, es wird ein bisschen wärmer. Aber was das halt mit dem Wasserkreislauf macht, was das heißt, wie viel da mehr verdunstet von Flächen, wie viel da dann mehr wieder runterkommt, das ist irgendwie noch viel zu wenig im Blick überhaupt. Ja, es ist halt einfach, wir sind ein Land ohne Zugang zum Meer. Und damit sind wir stärker betroffen vom Klimawandel oder von der Klimakatastrophe für uns eigentlich. Weil für die Erde ist es ein Klimawandel, für uns ist es eine Katastrophe. Also rein als Menschen, die man da leben wollte und vielleicht noch die nächsten Jahre da auch noch leben wollen und so. Ja, wir haben es ja wieder so lustig geframed, muss ich sagen. Es gibt eine Biodiversitätskrise und es gibt eine Klimakrise und es gibt eine Wasserkrise. Und nein, es ist weder die Biodiversität noch das Klima, noch irgendwer hat eine Krise. Die Menschen sind in einer Krise, weil sie so, wie sie jetzt wirtschaftet, zusammenlebt, das geht sich nicht aus. Ganz einfach. Nicht in diesen Grenzen, nicht auf diesem Planeten. Und da müssen wir hin. Und es ist eben wieder so lustig geframed alles. Und das ist ein bisschen was, was sich so durchzieht bei diesem ganzen Thema. Zuerst ist es halt der Fußabdruck und dann ist das und das. Aber in Wirklichkeit, ja, wir sind an den planetaren Grenzen und über das müssen wir eigentlich reden. Also ich habe vom Harald Lesch etwas Nettes dazu gehört, der hat gemeint, die Erde ist ein physikalisches System. Und sie reagiert genau so, wie wir es eigentlich erwarten würden, dass ein physikalisches System reagiert, wenn wir damit tun, was wir damit tun. Und er hat völlig recht damit, weil es ist eigentlich keine Überraschung dabei. Wir wissen vom menschengemachten Klimawandel jetzt länger als die, nein, Moment. Dass wir vom menschengemachten Klimawandel wissen, ist jetzt näher an der Industrialisierung als an heute. Wir wissen das seit 100 Jahren, seit 150 Jahren wissen wir das. Ja. Und wir reden da von sehr, sehr kurzen Zeitspannen, wo wir wirklich alles am Kopf gestellt haben. Also absolut. Wobei, ich muss dazu sagen, für mich war das halt immer auch ein bisschen, eigentlich für die Ökologie immer für mich ein bisschen tröstlich. Weil ich mir gedacht habe, ja, eben, das ist einfach so, wie es ist. Weil die Ökologie ist auch wie die Physik. Da gelten halt gewisse Grenzengesetze. Die sind halt ein bisschen komplexer in gewisser Weise, weil es halt zwischen den Arten und sonst wie Austausch gibt. Aber, also eben, es war immer für mich tröstlich. Und man dachte, okay, gut, eigentlich habe ich immer recht. Am Ende habe ich es eh schon gewusst, ja. Nur das ist überhaupt nicht tröstlich, weil man jetzt halt draufkommt, eigentlich braucht man viel mehr die Sozialwissenschaften, um das irgendwie um mitzubringen. Weil es bringt nichts, wenn wir das alles wissen. Wenn die Leute, wie gesagt, glauben, sie können es abwählen, wegignorieren oder sonst irgendwas. Das heißt, wir brauchen gute Kommunikatoren, Psychologen, Politikwissenschaftler. Ich weiß es nicht, ja. Es wird nicht funktionieren, indem man nur sagt, wir wissen es eh. Das ist ganz ein bisschen die Schwierigkeit. Ja, man landet nämlich auch als Biologin oder als Physiker dann sehr schnell in diesem ökofaschistischen, na ja, dann sollen die Menschen halt aussterben. Und dann ist alles wieder gut. Ja. Und das kann aber nicht die Lösung sein. Nein. Ja, ich weiß, so mit 20, 22 war ich da auch so auf dem Tick. Aber das kann nicht die Lösung sein, weil eigentlich finde ich es ganz cool, dass es uns gibt, so ehrlich gesagt. Ja. Dass wir podcasten können und so. Ja, also zwei Aspekte da auch noch. Ja, erstens die Einzigartigkeit von der Erde. Also das habt ihr auch mit Florian Aigner diskutiert, ja. Also da zu sagen, okay, diese ganzen Zufälle haben uns hierher geführt und jetzt quasi sagen wir, okay, alles wuff. Das ist das eine. Also das kann ich nicht akzeptieren, ja. Weil es steht uns auch zum Beispiel meiner Meinung nach nicht zu, als Mensch andere Arten auszurotten. Ich meine, das klingt jetzt nach Schöpfung und so. Ich bin jetzt nicht sehr religiös, aber ja, es steht uns nicht zu, dass wir da wirklich die Natur zerstören auf diesem einzigartigen Planeten, ja. Das ist das eine. Und das zweite, ich habe mir sehr viel leichter getan, wie ich nicht Mutter war, ja. Weil dann zu sagen, ich stirbe aus, ist mir relativ wurscht, ja. Also ich habe wenig Bezug zu meinem eigenen Tod, denke ich mir, na gut, dann ist es halt aus. Aber wenn man Kinder hat, Familie hat, ja, oder auch jetzt, das muss, also keine Ahnung, nicht Neffen, Nachbarskinder, wenn man das sieht, auch denken sie, nein, das geht nicht. Wir können nicht aufgeben und wir können das, das kann so nicht sein. Genau. Ja, ganz stark, da stimme ich dir völlig zu. Das war ein großer Schnitt bei mir vor 19 Jahren fast, wie mein Ältester auf die Welt gekommen ist, dass du sagst, ist es fatalistisch, dann ist es halt vorbei. Das geht dann einfach nicht mehr, weil du magst schon eigentlich deinen Kindern eine Welt hinterlassen, in der es nachher ein bisschen geht. Und nicht eine, wo du sagst, da werden sie jetzt um den letzten Tropfen Wasser kämpfen. Ja, das ist sehr bitter und deswegen, es gibt irgendwie halt auch kein Aufgeben. Also ich, wie soll ich sagen, es ist alles eigentlich sehr, sehr, sagen wir, what the fuck, ja. Also es ist relativ depressiv, was da passiert ist. Das darfst du bei uns immer sagen. Man könnte schnell irgendwie da als negative rutschen, aber es geht nicht. Also Optimismus ist irgendwie alternativlos. Und ich meine das jetzt nicht so als toxischen Optimismus. Man kann auch wirklich traurig sein, grantig sein, dass ich denke, was ist das alles, ja. Das meine ich nicht, aber es geht nicht. Wir können nicht aufgeben, ja, weil es ist, es endet, also wenn ich jetzt aufgebe, ändert das auch nichts, ja. Das heißt, weitermachen ist, ja, ist so. Aber es ist ja schon irgendwie, es ist ja schon sehr eigenartig, also weil du das vorher angesprochen hast, mit wie wir das ganze framen, wie das in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Und ich denke mir nur, also weil es mir jetzt wieder so eingeschossen ist, wie man mit den Fridays umgegangen ist und wie man jetzt mit denen nach wie vor umgeht, wo man ja genau sagt, das ist ja die Generation. Ja, das sind ja die Gen Z, die Gen Alpha. Ich war zweimal auf einer Fridays-Demo. Das sind die ganze Familien mit den Kindern im Kinderwagerl und mit den kleinen Stoppseln irgendwie auf der Demo mitgegangen. Und wenn man das merkt, wie viel Engagement da dahinter ist und zum Teil auch die Verzweiflung über das Nicht-Wahrgenommen-Werden. Und dann schaut man sich an, wie in der Öffentlichkeit darüber gesprochen wird. Du hast das eh gerade ganz gut zusammengefasst. Das ist schon irgendwie, also ich bin ja eher die notorische Pessimistin, muss ich sagen. Also ich sage dann immer, das ist ja alles irgendwie ein kompletter Wahnsinn. Ja, wir werden alle sterben. Das wird sich nicht ausgehen. Ich bin ja auch die Optimistin in unserem Team, bitte. Das ist richtig. Das ist absolut in Ordnung, heißt. Aber wenn, also aus deiner Profession, Rosara, hat man da nicht manchmal das Gefühl, man versucht irgendwie gegen Windmühlen zu kämpfen. Also irgendwie, man renaturiert, macht dort ein Projekt, da ein Projekt. Und in Wahrheit, tja. In Wahrheit hat man auch nicht die Welt gerettet. Ja, ja, das ist schon so. Aber vielleicht ein Stückerl. Ja, und das macht, denke ich mir ja trotzdem jedes Mal einen Unterschied, vermute ich mal. Ja. Und was ich sagen muss, ist, also wegen Framing und so weiter. Also ich bin natürlich viel draußen bei den Leuten. Ich habe auch Gebietsbetreuungen für Natura 2000 Gebiete und so gemacht. Naturschutz ist ja auch immer so ein Konfrontationsthema irgendwie. Und ich weiß jetzt nicht, wie das geschafft wurde, aber Klima, Naturschutz ist irgendwie so eben total schon negativ besetzt. Und deswegen, meine, das sagen eh, Ole, man muss das anders aufziehen. Auf Werte. Im Sinne, was ist die Leute das wert? Und da tun wir, ich als Gewässerökologin, muss ich ehrlich sagen, auch relativ viel leichter. Weil Wasser und Gewässer haben eigentlich einen sehr hohen Wert. Durch alle Bevölkerungsschichten. Also das muss man schon sagen. Es geben zwar dann viel Leute, vielleicht auch keine Fläche her. Aber ich sitze dort und es sagt keiner, ihr seid ja alle komplett hinüber. Also das ist wirklich noch nie oder sehr selten passiert sowas. Das heißt, die Leute haben da schon einen Bezug zur Natur und sagen, okay, ich möchte schon, dass die Natur in Ordnung ist. Wie das ausschaut, da ist ja dann die Diskussion wieder eine andere. Und Naturschutz sehr gerne, aber nicht bei mir. Also das sind halt eher so diese Probleme, die wir haben. Aber grundsätzlich sind das eher positiv besetzte Dinge. Und da tut man sich auch ein bisschen leichter. Wie das dazu gekommen ist, dass diese ganze Klimaprotestgeschichten und so, dass das so besetzt worden ist. Also ich muss ehrlich sagen, je länger jetzt oder je älter ich werde, umso mehr sehe ich auch wirklich eine Medienkrise. Also unsere Medien reagieren meiner Meinung nach überhaupt nicht adäquat auf die Herausforderungen. Ich bin da auch sehr dankbar auf Menschen, die Netzwerkklimasjournalismus und so Dinge initiieren, weil da ist wirklich Luft nach oben. Das ist eine Existenzkrise für die Menschheit. Und die Abteilungen sind winzig bei den Zeitungen. Man beschäftigt sich halt mit der Daily Soap der Innenpolitik, die ja eh liefert, muss man sagen, in diesen Tagen auch. Dieses Drüber geht wirklich oft unter. Und ich verstehe es nicht. Also das ist sehr unterschiedlich. Natürlich, manche haben auch schon wirklich aufgerüstet. Es gibt ja Zeitungen, die da herausstechen oder immer wieder Schwerpunkte beim ORF. Aber ja, angekommen ist es so ein bisschen in den Nebenn, in den, weißt du nicht, auf Seite 20. Und es ist so politisch auf einmal, ob man jetzt für oder gegen Naturschutz ist. Und ja, das ist tatsächlich das grobe Problem dabei. Weil eigentlich sollte das überhaupt nicht die Gesellschaft spalten, sondern wir sollten alle wollen, dass bei uns lebenswert bleibt. Und ich habe den Eindruck, bei Gewässern ist das noch nicht so arg wie bei anderen Sachen. Das schöne, gute Wasser, auf das ist man in Österreich noch stolz, das ist noch unpolitisch im weitesten Sinn. Also gar nichts ist unpolitisch, aber nicht parteipolitisch besetzt. Ja, also ich muss ja ehrlich sagen, eben dieses, also das ist ja jetzt das Problem. Ich glaube auch, warum wir da jetzt politisch in Krisen und so sind, dass es alles auf Meinungen geframed ist. Also Fakten ist irgendwie so, ein Fakt ist gleich eine Meinung, weil einer dafür ist und der andere dagegen. Also da muss ich wirklich sagen, der Herr Bundespräsident hat wahres gesprochen heute. Wir müssen auch Kompromisse eingehen. Das heißt, wir müssen aufeinander zugehen. Wir müssen uns auch zuhorchen. Es geht nicht einfach, dass immer einer hat Recht quasi. Ich habe jetzt Recht. Die Natur hat Recht und das muss man vielleicht außer Streit stellen. Aber natürlich muss ich in Diskussion gehen, weil ein Landwirt hat auch einen Anspruch und eine Wasserkraft hat auch einen, wie soll ich sagen, arbeitet auch für etwas. Ja, natürlich müssen wir da in Diskussion gehen. Aber das Grundsätzliche muss irgendwie außer Frage sein, nämlich, dass wir eine Zukunft haben wollen. Und das ist keine Meinung. Das ist, wenn die Biolehrerin jedes Mal erklären muss, der Mensch ist nicht Schöpfung Gottes. Oder wenn der Physiker jedes Mal erklären muss, die Welt ist rund. Das kann nicht sein. Es muss eine Faktenbasis geben, die Konsens ist und die nicht zur Diskussion stellt. Zum Beispiel, dass die Erde mehr oder weniger eine Kugel ist und nicht flach. Ja, aber da muss ich sagen, da haben wir wirklich mega Backlash. Also das ist ja unfassbar. Da muss ich sagen, da ist ja Österreich noch harmlos dagegen, wenn ich jetzt nach Amerika schaue, wo wirklich die Wissenschaft kurz und klein gehackt werden soll quasi. Weil sie aus Ideologie geframed wird und ich weiß es nicht was. Gerade heute kam übrigens die Nachricht, dass bei wissenschaftlichen Papers das Wort Climate aus dem Titel ist. Ja, ja, ja. Also der lustigste Frame von allen Frames, muss ich ja sagen, der Überframe, ist ja, dass uns die Rechten erklären, dass das andere Ideologie ist. Und sie aber mit solchen kindischen, ideologischen Spielchen eigentlich alles lähmen, weil sie sich alle mit diesem Mist befassen. Also ich hoffe ein bisschen, ist die Hoffnung, dass dieser, wie soll ich sagen, der Backlash oder dieses Ausschlagen des Pendels nach hinten so ein bisschen vielleicht auch da ist, damit wirklich alle ein wenig aufwachen. Ja, weil es sind alle so ein bisschen in der Lethargie und wir müssen über Themen reden. Also auch dieses ganze Social Media Thema meiner Meinung nach, das ist eben, das sind keine Medien, sondern das sind halt, da dreht sich was im Kreis. Und wer bestimmt, was sich da im Kreis dreht an Nachrichten und eben an Meinungen. Also das hängt alles miteinander zusammen und deswegen ist das ein bisschen so, auch das Erwachen für mich, wir werden mit der Naturwissenschaft alleine nicht durchkommen, sondern wir werden alle diese Dinge brauchen. Und gemeinsam an einem Strang ziehen müssen, um das irgendwie noch hinzukriegen. Weil sonst geht es einfach seinen Gang der Dinge. Und ich habe da manchmal den Eindruck, so the kids aren't alright, also denen machen wir das Leben schwer, aber die nächste Generation, die Gen Z, die danach kommt und auch die Gen Alpha, aber die ist noch recht jung. Da sind sehr viele dabei, denen man vielleicht einfach einmal zuhören sollte. Also ich meine zum Beispiel mein Mittlerer, der macht auf Fridays Demos Poetry Slams. Oder der gibt so viele Kreativköpfe und so viel Wissen. Und eigentlich ist das ein Thema, wo man sagen sollte, das gehört jetzt einmal nicht in die Hände von denen, die eh tot sind in 20 Jahren. Ja, also ist auch da schon gefallen, Männer, die diesen Planeten verheizen. Ja, also ich will es jetzt nicht wieder auf eine Geschlechterfrage framen, aber das war für mich auch so ein bisschen mind-blowing, dass in Wirklichkeit eben, es geht nicht darum, dass uns wer den Klimawandel glaubt oder so. Oder dass man die Kommunikation verbessert, damit die Fakten besser in die Bevölkerung kommen. Da hängen so viele Dinge miteinander zusammen. Und jetzt plötzlich sehen wir uns wieder, wie Sie sagen, sehen wir uns konfrontiert mit feministischen Themen, die wir eigentlich schon abgehackt gehabt haben. Da geht es um Kolonialismus eigentlich auch in Amerika. Da sind so viele Leer quasi drinnen. Und ja, also wir brauchen irgendwie wirklich eine grundgesellschaftliche Diskussion. Genau. Aber jetzt sind wir schon sehr weit weg von den Flüssen. Das macht gar nichts. Das macht gar nichts. Durch den wir ja gerade draufgekommen sind, dass das ja alles mit allem irgendwie zusammenhängt. Aber du hast ja jetzt gerade vor kurzem, glaube ich, die Promotion abgeschlossen. Habe ich das gerade richtig mitgekriegt? Ja, meine ich bin jetzt endlich. Genau. Kannst du uns das Thema erklären so, dass es Menschen verstehen, die nicht Sarah Höfler heißen? Ja, ich glaube, bei Dissertationen grundsätzlich manchmal ein bisschen schwierig, weil es natürlich schon sehr tief irgendwo in einem Thema drinnen ist. Es geht um Feinsedimente in Gewässern. Das läuft jetzt vielleicht ein bisschen esoterischer, aber im Prinzip geht es darum, wie wird Boden abgeschwemmt? Warum wird mehr Boden abgeschwemmt? Wie kommt er ins Gewässer? Und was macht dieser Gatsch, der dann dort ist, im Gewässer? Also was macht er mit den Tieren dort? Genau. Wie verändert er die Fischgemeinschaften? Ja. Wie hat er Auswirkungen zum Beispiel auf Lebewesen wie eine Flussperlmuschel? Genau. Und eigentlich hängt dieses Thema auch mit sehr vielen dieser gesellschaftlichen Themen einfach zusammen. Wie haben wir diesen Planeten verändert? Gerade das Thema Bodenerosion ist eigentlich eines, das immer sehr stark mit dem Erfolg von menschlichen Kulturen zusammenhängt. Also da hat es schon Hochkulturen gegeben, die sich wegen Bodenerosion verabschiedet haben. Wirklich? Genau. Naja, es gibt bei verschiedenen Themen oder bei verschiedenen Kulturen immer wieder das Thema. Also auch Maya, Inka, die da halt auch teilweise das Land sehr intensiv genutzt haben. Bei uns eben auch im Mittelalter, wo es sehr viel Bodenerosion gegeben hat und wo dann sogenannte Wüstungen übrig geblieben sind. Das heißt wirklich Flächen, wo halt nochmal ganz dünner Bodenaufbau war und halt nicht mehr viel aus dem Land rauszuholen. Also das hängt schon sehr stark damit zusammen. Und bei uns ist das Thema irgendwie so, das ist was eigentlich in Afrika passiert oder so ungefähr. Also Bodenerosion, das ist jetzt bei uns nicht schwierig. Aber es gibt einfach Tendenzen, dass es einfach wirklich viel mehr Bodenerosion gibt in den letzten Jahren, wegen auch Starkregen, wegen der Kulturlandschaftsveränderung. Wir haben die Flächen viel größer gemacht, die Felder sind viel größer. Wir bauen eigentlich erst seit den 60er Jahren Mais an und haben halt ganz klein angefangen und sind jetzt halt voll in der intensiven Maiskultur. Das sind Kulturen, die einfach auch dazu neigen, dass viel Boden abgeschwemmt wird. Und von dem her greift das eh da irgendwie überall rein. Und das war halt irgendwie, meine ich, das war jetzt ein bisschen so zurück zum Hobby, weil das habe ich jetzt so neben der Arbeit immer so ein bisschen, ja, ich sage jetzt mal als Hobby betrieben. Du wirst sehen, wenn dein Kind ein bisschen älter ist, dann wirst du Gatsch auch sehr bald wieder als Hobby haben mit dem Kind. Ja. Auf jeden Fall, ja. Genau. Nein, aber jetzt ist er jetzt neun Monate und er war halt schon in zwei Wasserbaulabors in Österreich, also er ist eh schon im Thema drinnen. Sehr gut, sehr gut. Das ist cool, da kommt dann die nächste Generation an Experten, Expertinnen. Neun Monate? Dann wird er rausgezogen. Neun Monate, dann ist er gerade noch in Generation Alpha, oder? Weil die Generation Beta hat er jetzt angefallen. Ich habe da den Überblick verloren. Ich bin immer froh, wenn ich weiß, was ich bin. Jetzt will ich es aber wissen. Was bist du? Ja, ich nehme an Millennial. Du bist ein Millennial, dann bin ich die einzige Gen X hier. Ja, aber auch diese Generationengeschichte, also eigentlich, ja, ich will auch gar nicht das so auseinanderdividieren, weil eigentlich sollte es unser aller Interesse sein, ja. Ja. Ja. Ja. Und die Vorurteile auch zum Teil, die dagegen irgendwie jüngere Generationen sind, die kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, ja. Also die, die zu uns zum Beispiel ins Büro irgendwie kommen, wenn die ein bisschen mehr auf ihre psychische Gesundheit schauen und schauen, dass sie auch einmal Freizeit haben, ja, bitte. Also ehrlich, da sind wir selber blöd quasi, wenn wir das nicht tun, ja. Das ist aber unser Problem und nicht ihr das. Und sonst sind die voll motiviert, voll im Thema drinnen, kennen coole Sachen und also, ja, kann ich mich nachvollziehen. Und es betrifft sie halt auch einfach mehr. Ja. Es ist alles ein Thema, das sie wahnsinnig betrifft, die nächste Generation und deswegen, finde ich, sorgt man wirklich ein bisschen mehr auf sich hören. Ja, gerne. Und da nicht auf unsere Posten zurückziehen. Nein, voll. Also gehe ich ganz d'accord, ja. Aber das ist irgendwie auch das Schöne an den Flüssen, weil man trifft junge Leute, alte Leute, genau. Es verbindet auch ein bisschen so Gewässer, finde ich schon, ja. Absolut, ich bin am Wasser aufgewachsen. Also ich bin wirklich vom Kind weg, ja, irgendwie Seen, Flüsse, dies, das. Das ist schon was ganzes Eigenes und gerade in der Gegend ist man ja total stolz auf Trauensee, Trinkwasserqualität und, und, und. Das hat teilweise schon sehr unangenehm Patriotisches, aber natürlich ist es lebensnotwendig, ist ja klar. Also ich muss sagen, mit Patriotismus, der Stolz auf die Gesundheit der Landschaft ist, könnte ich sogar, glaube ich, leben ein bisschen. Und ich tue mir schwer mit Patriotismus, aber ich glaube, das ging jetzt. Ja, ja, na doch, also wenn man eben diese gemeinsamen Werte irgendwie da in den Vordergrund stellt, ist das okay. Und wenn die gemeinsamen Werte nicht die Schnitzel, Schnitzelbanate. Alles klar, genau. Ich finde das Plädoyer auch sehr schön, dass man irgendwie sagt, okay, das ist jetzt nicht nur was, was KlimaforscherInnen oder eben GewässerspezialistInnen oder BiologInnen, ÖkologInnen, was angeht, sondern wo man eben sagt, da müssen genauso gut die SozialwissenschaftlerInnen dabei sein, da müssen sie genauso gut die politischen KommunikatorInnen ins Zeug haben, bis hin zu den HistorikerInnen, die sich dann vielleicht ein bisschen näher mit Klimageschichte auseinandersetzen müssen, um das irgendwie alles zu kontextualisieren. Also das ist ja eigentlich das schönste Plädoyer überhaupt für interdisziplinäre Arbeit, von der HandwerkerIn bis hin zum Professor, ProfessorIn, bis hin über Journalisten, JournalistInnen, Jugendorganisationen, freiwilligen Organisationen, so whatever. Also das ist für mich alles Learning aus all den Jahren, wo du jetzt rotes Kreuz oder Gewässerökologie. Also diese Weltrettung, das ist keine, wie soll ich sagen, kein Superhelden, SuperheldInnenjob. Da wird keiner kommen, einer und sagen, so machen wir es jetzt. Also das ist beim Roten Kreuz bei Katastropheneinsätzen so. Wir haben das gesehen, wie 2015 zum Beispiel die vielen Menschenkummer sind zu uns. Da ist, wie soll ich sagen, da kommt keiner und sagt, so wir machen das, sondern es fängt irgendwo an. Und es tun sich ein paar Leute zusammen und wir haben es uns zusammen da und wir haben das dann gemanagt. Und genauso ist es bei diesen ökologischen Themen. Es kommt nicht einer und sagt, so, dies ist jetzt die Weltrettung. Wir werden alle brauchen, alle, jeden Einzelnen, jede Einzelne. Und das ist doch ein wunderschönes Schlussplädoyer. Ich glaube, so schön haben wir es selten noch auf. Das ist das beste Schlussplädoyer aller Zeiten, finde ich. Es tut mir ja jetzt fast leid, dass wir die gleiche Frage stellen wie allen anderen auch am Schluss, weil das so ein schönes Plädoyer war. Aber ich muss dich natürlich schon fragen, wann du dir das letzte Mal What the Fuck gedacht hast. Aber das darf auch gerne ein Positives sein. Und ich weiß genau, wann du heute das letzte Mal What the Fuck gedacht hast. Also ich meine, wir leben in einem Seitalter What the Fuck. Ich habe keine Ahnung, wie wir das dann irgendwann nennen. Von dem her ist es ein bisschen eine schwierige Frage. Also vielleicht, um nicht nur in den Optimismus zu fallen, wo ich mir jetzt wirklich oft fachlich What the Fuck denke, ist, wenn ich mir so Paper anschaue, wo es darum geht, wie unsere Ökosysteme die Leistung verlieren, dass sie zum Beispiel Kohlenstoff binden, dass sie Wasser speichern und so weiter. Weil wir pushen das wirklich jetzt gerade über eine Grenze drüber. Also da, das ist wirklich das ängstliche What the Fuck, wo ich mir wirklich denke, wie Wahnsinn. Wahnsinn. Also Waldökosysteme, Moorböden, die von einer Senke dann halt irgendwie einfach zum Emittenten werden. Das sind Dinge, wo ich mir wirklich dann, wo ich Angst bekomme. Aber um das trotzdem irgendwie positiv abzuschließen. Also ich denke mir dann, ich stolperte dann immer wieder über Initiativen, über Projekte, wo ich mir denke, What the Fuck, das ist wirklich cool. Also cool, dass sie das machen und cool, dass sie das angefangen haben. Und es sind einfach immer einzelne Leute, die irgendwie initiativ werden und die sich dann engagieren. Und das finde ich einfach cool. Und ich glaube, ja, wie gesagt, für mich ist der Optimismus irgendwie, es gibt keine Alternative. Also sonst müssen wir halt einfach aufgeben und das geht halt nicht. Also ja, wie gesagt, momentan ist wirklich alles im Umbruch. Es ist alles sehr spannend. Ich bin mir nicht sicher, wie ich dabei sein will, aber wir sind jetzt dabei und deswegen müssen wir was draus machen. Genau. Es hilft ja eh nicht. Nein. Aber es hilft ja doch. Nein, sowieso. Also ein Plädoyer haut sich auf eine Backe. Sonst wird das nichts. Ja. Bildet Bann. Ja, ja. Also 100 Brot. Die, die nicht so gut oberösterreichisch können. Ja. Ja, ja. Genau. Und fangt euch einfach was an. Also auch gerade auf lokaler Ebene. Keine Ahnung. Viele denken sich, ja, machen wir doch eine Energiegemeinschaft. Oder viele denken sich, ja, da gibt es irgendwie coole Bäume, die irgendwie schützen möchten. Oder da gibt es, ich weiß es nicht, ja. Macht es. Also es wird keiner kommen und sagen, du hast es. Jeder muss initiativ werden. Großartig. Perfektes Schlusswort. Noch ein zweites perfektes Schlusswort. Dann sage ich, sagen wir großes Danke an dich. Ich gehe aus jeder Folge immer raus und denke mir, ich habe so viel gelernt. Und heute wieder ganz speziell. Danke dir dafür. Es ist fantastisch. Ja. Danke euch für die Möglichkeit. Ich hoffe, es ist nicht zu, wie soll ich sagen, pathetisch geworden. Vielleicht nicht. Aber ja. Es ist jetzt so, wie es ist. Genau. Und wir danken euch fürs Zuhören. Und hinterlasst uns gerne eine Bewertung, wo ihr den Podcast runtergeladen habt. Und ihr könnt uns auf Social Media finden. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Baba. Baba.